Gerichtssaal bei Prozess um Doppelmord (Foto: SR)

Angeklagter gesteht Doppelmord

Thomas Gerber / Onlinefassung: Sandra Schick   20.11.2018 | 14:04 Uhr

Im Mordprozess um das tödliche Familiendrama in Brebach-Fechingen hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Der 59-Jährige gab vor dem Landgericht Saarbrücken zu, Mitte Mai seinen Sohn und seinen Schwiegersohn erschossen zu haben. Seine Ex-Frau sowie seine hochschwangere Tochter wurden durch Schüsse schwer verletzt.

Vor Gericht zeichnete der Angeklagte am Dienstag über Stunden von sich selbst das Bild des treu sorgenden, aber unverstandenen Familienvaters. Fast rund um die Uhr habe er für seine Frau und die Kinder auf einem Schrottplatz gearbeitet, ihnen materiell nahezu alles geboten. Ein eigenes Haus, Urlaube in Spanien, Italien und der Schweiz. Er selbst sei erniedrigt worden, schwer nierenkrank habe ihn die Familie verstoßen. Wobei dies jedoch einen Hintergrund hatte: Es gab ein Kontaktverbot, weil der 59-Jährige 2016 seine Frau und seine Tochter bedroht hatte.

Video [aktueller bericht, 20.11.2018, Länge: 2:35 Min.]
Geständnis im Brebacher Doppelmord

Nachdem er am Tattag bei der Polizei noch eingeräumt hatte, dass er seine Frau, seine Tochter und seinen Sohn habe töten wollen, erklärte der Berufskraftfahrer vor Gericht, dass er sich an jenem Samstag eigentlich vor den Augen seiner Familie erschießen wollte. Als seine Tochter ihn dann aber darauf hingewiesen habe, dass er auf der Familienfeier nichts zu suchen habe, sei er explodiert und habe um sich geschossen. Allerdings hatte der Angeklagte bei der Tat eine Pistole und gleich zwei geladene Magazine dabei.

Die Anklage geht davon aus, dass sich der Mann an seiner Familie rächen wollte, weil er sich ungerecht behandelt fühlte.

Über dieses Thema haben auch die Hörfunknachrichten vom 20.11.2018 berichtet.

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