Blick in eine leere Kindertagesstätte (Foto: dpa)

Kitas sollen stufenweise wieder zurück zum Normalbetrieb

  29.04.2020 | 07:25 Uhr

Die Familienminister von Bund und Ländern haben sich für einen behutsamen Wiedereinstieg in die Kinder-Tagesbetreuung ausgesprochen. Vorgesehen ist eine schrittweise Rückkehr in den Normalbetrieb in vier Stufen. Ein konkretes Datum nennen sie allerdings nicht.

Die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder und das Bundesfamilienministerium empfehlen einen behutsamen Wiedereinstieg in die Kindertagesbetreuung in vier Phasen. Dies sei in den kommenden Wochen und Monaten aus bildungs- und entwicklungspsychologischen Gründen notwendig, heißt es in einer Erklärung. Ein konkretes Zieldatum für die Wiederaufnahme des Kita-Betriebs nannten sie aber nicht.

Öffnung in vier Schritten

Die vier Phasen umfassen demnach die aktuelle Notbetreuung, eine erweitere Notbetreuung, einen eingeschränkten Regelbetrieb und die Rückkehr zum Normalbetrieb. Die stufenweise Öffnung der Kindertagesbetreuungsangebote soll zudem von breit angelegten Studien unter Berücksichtigung des sozialen Kontextes begleitet werden.

Entscheidend sei, dass das Infektionsgeschehen weiterhin verlangsamt werde und dass im Fall von Infektionen alle Betroffenen umgehend identifiziert werden können.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey nannte den Beschluss "ein wichtiges und gutes Signal für alle Familien". Dabei werde man in einem ersten Schritt die Betreuung für die Kinder öffnen, die besondere Hilfestellung brauchten. Aber auch für alle anderen müsse es eine Perspektive geben. "Jedes Kind sollte sobald wie möglich wieder seine Kita besuchen können, wenn auch unter den nötigen Einschränkungen", so Giffey.

Saarland plant Notbereuung für rund ein Viertel der Kinder

Das saarländische Bildungsministerium will zunächst die Zahl der Notbetreuungsgruppen in den Kindertagesstätten erhöhen. Bisher war die Notbetreuung auf maximal drei Gruppen zu je fünf Kindern pro Einrichtung begrenzt. Künftig sollen laut Ministerium so viele Gruppen möglich sein, wie es in der Betriebserlaubnis der Einrichtung festgelegt ist. Bei einer Kita in der es im Normalbetrieb vier Gruppen gibt, wären also auch vier Notbetreuungsgruppen möglich.

Das Ministerium rechnet damit, dass dadurch Notbetreuungsplätze für rund ein Viertel der Kita-Kinder zur Verfügung stehen. Eine zeitliche Perspektive für die restlichen Kinder ist nach wie vor nicht bekannt.

Über dieses Thema berichtet auch die SR3-Rundschau vom 29.04.2020

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