Ein Staatsanwalt sitzt hinter einem großen Aktenstapel (Foto: dpa/Wolfram Kastl)

Familiendrama in Fechingen: Mordprozess hat begonnen

  25.10.2018 | 11:01 Uhr

Nach den tödlichen Schüssen bei einer Geburtstagsfeier Mitte Mai in Fechingen hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 59-Jährigen begonnen. Er soll seinen Sohn und den Schwiegersohn erschossen sowie seine Ex-Frau und die gemeinsame Tochter verletzt haben.

Im Zuge der Ermittlungen hatte der Angeklagte die Tat nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestanden. Als Motiv hatte er angegeben, er habe sich von seiner Ex-Frau und den beiden Kindern drangsaliert gefühlt. Zudem habe er es als ungerecht empfunden, dass diese lebten, während er unter einer schweren Nierenerkrankung litt. Die Waffe habe er sich illegal beschafft.

Am Geburtstag mit Pistole erschienen

Wie die „Saarbrücker Zeitung“ berichtet, widersprach die geschiedene Ehefrau am Mittwoch ihrem Mann. Er habe darauf bestanden, die Macht in der Familie zu haben, erzählt sie, auch für die Kinder sei sie allein zuständig gewesen. Nachdem die Kinder ausgezogen waren, trennte sich das Paar. Im Zuge der Scheidung, sagte die Tochter vor Gericht, habe der 59-Jährige ihr und seiner Ex-Frau gedroht, er werde sie umbringen, woraufhin beide eine richterliche Anordnung erwirkten, wonach der Mann sich von ihnen fernhalten muss.

Zum 60. Geburtstag der Mutter, so die Tochter weiter, sei ihr Vater aber trotzdem erschienen und habe sie erschießen wollen, sie aber nur am Arm verletzt. Ihr Ehemann habe sich schützend vor sie gestellt und sei erschossen worden, ebenso ihr Bruder. Die Tochter und ihre Mutter konnten fliehen, die beiden Männer starben. Der Prozess wird fortgesetzt.

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