Falschgeld (Foto: dpa)

Falschgeld erkennen – sonst droht Freiheitsstrafe

Rebecca Kaiser   10.07.2016 | 08:40 Uhr

Im Saarland ist nach Angaben der Polizei immer mehr Falschgeld im Umlauf. Und nicht nur der Fälscher, auch derjenige der damit zahlt macht sich strafbar. Deswegen sollte man genau darauf achten kein Falschgeld anzunehmen. Das ist nicht schwer, erfordert aber ein bisschen Zeit.

Zuletzt sind auf dem Ingobertusfest in St. Ingbert zwei Blüten aufgetaucht. Dort fand einer der Standbetreiber beim Kassensturz zwei falsche 50-Euro-Scheine. „Woher diese stammen ist schwer zu ermitteln“, so Stephan Laßotta, Pressesprecher der Polizei. "Denn dort war den ganzen Tag Geld im Umlauf. Es wird gezahlt und wieder rausgegeben, wer genau damit gezahlt ist schwierig nachzuverfolgen", so Laßotta weiter. Genau deshalb weist die Polizei darauf hin, das Feste und Wochenmärkte eine beliebte Möglichkeit sind Falschgeld im Umlauf zu bringen.

Auch wer mit Blüten zahlt macht sich strafbar

Aber nicht nur Händler, auch Privatpersonen können Blüten in ihrem Geldbeutel finden. Und dann bleibt nur noch ein Weg - der zur Polizei. Das bedeutet zunächst einmal: Das Geld ist futsch. Denn das vermutliche Falschgeld wird von der Polizei geprüft und, wenn es ein falscher Schein ist, auch einbehalten.

Der Versuchung, das Geld selbst wieder loszuwerden, und damit zu zahlen, sollte man trotzdem widerstehen, denn auch wer "nur" damit zahlt macht sich strafbar. Nicht nur das Fälschen, auch das in Umlauf bringen ist ein Verbrechen. Es drohen nicht unter einem und bis zu fünf Jahre Haft.

"Fühlen, sehen, kippen" - so entlarvt sich Falschgeld

Deswegen empfiehlt es sich, Geld direkt zu überprüfen. Auf einem Geldschein sind diverse Merkmale die geprüft werden können. Polizei und Bundesbank empfehlen den "Fühlen, sehen, kippen" – Test. Das bedeutet, dass man zunächst erfühlt: Ist das Papier echt? Dabei kann man sich auch an der Sicherheitszahl auf der Vorderseite der Scheine orientieren. Das "BCE ECB EZB EKP" sollte geprägt sein, ist es das nicht, handelt es sich um eine Blüte.

Es gibt keinen Schnelltest

Eine Fälschung kann man aber nicht nur "erfühlen". Man sollte genau hinschauen, denn auf den Scheinen gibt es viele Merkmale, die eine Blüte von einem echten Schein unterscheiden. Beim 50-Euro-Schein gibt es da zum Beispiel die "Smaragdzahl" auf der Rückseite. Die aufgedruckte 50 verändert ihre Farbe beim Drehen. Das gilt auch für den neuen Fünfziger.

Die Merkmale sind bei den Banknoten aber unterschiedlich. Eine genaue Übersicht über diese Merkmale und wie diese erkennbar sind, gibt die Bundesbank. Beim Kippen können die Hologramme überprüft werden. Richtig schnell geht das allerdings nicht. Um Falschgeld zu identifizieren, braucht es ein ein bisschen Zeit.

Sicherheitsmerkmale einer 50 Euro-Banknote (Foto: Deutsche Bundesbank)
Sicherheitsmerkmale einer 50 Euro-Banknote

Im Saarland doppelt so viele Blüten

Im vergangenen Jahr hat die Polizei im Bereich der Fälschungskriminalität  35 Tatverdächtige im Saarland ermittelt, 2014 waren es 34. Das seien "sehr geringe Zahlen", so der Polizeisprecher, das läge an den langwierigen Ermittlungen. Wird Falschgeld gefunden, versucht die Polizei die Herkunft zu ermitteln. Das sei oft keine einfache Aufgabe.

Im Vergleich dazu ist die Anzahl der sogenannten Anhaltefälle, also Fälle in denen Falschgeld aufgetaucht ist, aber kein Tatverdächtiger ermittelt wurde, wesentlich höher. Im Jahr 2014 gab es 900 Fälle, 2015 stieg die Zahl auf 2000 an. Ein starker Anstieg, der auch dem Bundestrend entspricht, so Stephan Laßotta.

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