Yeboah (Foto: SR)

Ermittlungen im Fall Yeboah werden ausgeweitet

  03.06.2022 | 17:03 Uhr

Im Fall Yeboah prüfen die Ermittler, ob mögliche Zusammenhänge mit anderen Brand- und Sprengstoffanschlägen der damaligen Zeit bestehen. Vor mehr als 30 Jahren war der 27-Jährige Asylbewerber bei einem Brandanschlag in Saarlouis getötet worden.

Im Rahmen der Ermittlungen zu dem rassistischen Mordanschlag auf ein Asylbewerberheim in Saarlouis, bei dem der 27-jährige Samuel Kofi Yeboah getötet wurde, wird nun geprüft, ob der Vorfall in Zusammenhang mit anderen Brand- oder Sprengstoffanschlägen der Zeit stand.

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Martina Renner hervor. Zuerst hatte der Spiegel darüber berichtet.

Mehrere Anschläge in den 90er Jahren

Bislang Unbekannte haben in den 1990er Jahren im Saarland mehrere Anschläge verübt. Bei einem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Saarlouis im Jahr 1991 ist der 27-jährige Samuel Kofi Yeboah getötet worden.

Im Rahmen der Ermittlungen zu diesem Fall werden nun sechs weitere Anschläge der Zeit genauer geprüft, unter anderem ein versuchter Sprengstoffangriff auf ein PDS-Büro 1990 und eine Brandstiftung an einer Geflüchtetenunterkunft 1991.

Tatverdächtiger festgenommen

Im April ist bereits ein Tatverdächtiger in dem Mordfall festgenommen worden. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Rechtsextremisten aus dem Raum Saarlouis vor, das Feuer "aus seiner rechtsextremistischen und rassistischen Gesinnung" heraus gelegt zu haben.

Die Polizei im Saarland hatte Fehler bei den früheren Ermittlungen eingeräumt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 03.06.2022 berichtet.

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