Justizia (Foto: Pixabay/WilliamCho)

Gregorius-Prozess droht zu platzen

mit Informationen von Gabor Filipp   20.04.2021 | 18:34 Uhr

Im Prozess um den möglichen Mord an Peter Gregorius haben die Verteidiger der beiden Angeklagten die Aussetzung des Verfahrens beantragt. Die Verteidigung begründet diesen Schritt mit dem Auftauchen von Mordermittlungsakten aus dem Jahr 2004. Entscheidet die Kammer positiv, müsste der Fall neu aufgerollt werden.

Seit Februar wird vor dem Landgericht Saarbrücken gegen die zwei Angeklagten wegen gemeinschaftlichen Mordes verhandelt. Sie sollen zusammen mit einem dritten Mann, der inzwischen verstorben ist, vor 30 Jahren den damals 27-jährigen Peter Gregorius bei Wadgassen umgebracht und verscharrt haben. Eine Leiche wurde nie gefunden.

Den jetzigen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens begründen die Verteidiger mit dem Auftauchen von Mordermittlungsakten im Fall Gregorius aus dem Jahr 2004. Entscheidet die Kammer in dieser Frage positiv, wäre der Prozess zunächst geplatzt und müsste neu aufgerollt werden.

Nachermittlungen nötig

Die Akten seien laut Oberstaatsanwalt Raimund Weyand am vergangenen Donnerstag in einem Neunkircher Archiv gefunden und dann umgehend auch an die anderen Prozessbeteiligten weiter gegeben worden. Die Ermittlungsergebnisse von damals hätten nach Ansicht der Verteidiger unbedingt in das Hauptverfahren einfließen müssen, vieles müsse nachermittelt werden.

Es könne alles ganz anders gewesen sein, als von der Anklage und Belastungszeugen behauptet, so die Verteidigung. Eine Zeugin hatte beispielsweise am Dienstag ausgesagt, Gregorius habe sie kurz vor seinem Verschwinden gebeten ein Paket mit über die Grenze nach Schœneck zu nehmen, es gehe für ihn dabei um Leben und Tod. Sie habe dies damals abgelehnt.

Bereits terminierte Verhandlungstage wurden abgesagt, ab dem 5. Mai soll der Prozess fortgesetzt werden.

Über dieses Thema hat auch die SR3-Rundschau vom 20.04.2021 berichtet.

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