Zwei Hände tippen auf einer Computer-Tastatur. (Foto: SR)

Reaktionen auf Fake Science

Niklas Resch   19.07.2018 | 13:37 Uhr

Nach Aussage von Uni-Präsident Manfred Schmitt sollen Forscher bei der Veröffentlichung von Artikeln künftig besser beraten werden. Bei Recherchen von ARD und Süddeutscher Zeitung waren auch die Namen von 80 Wissenschaftlern der Saar-Uni in angeblichen Fachzeitschriften aufgetaucht. In einzelnen Fällen haben die Forscher für die Veröffentlichung bis zu 2500 Euro gezahlt. Die Journale werden aber als wertlos angesehen.

Wir müssen verhindern, dass Forscher künftig in betrügerischen Internet-Zeitschriften veröffentlichen – sagt Uni-Präsident Manfred Schmitt. Er hält die Saarland-Zahlen zwar nicht für allzu dramatisch, aber: jeder Fall sei einer zu viel. Die Uni-Bibliothek hat als Reaktion auf die Recherchen des SR ihre Checkliste zum korrekten Publizieren bereits überarbeitet.

Panorama
Dubiose Verlage unterwandern Uni-Betrieb
Ein Netz von zwielichtigen Unternehmen unterwandert die Wissenschaft weltweit. Getarnt als Zeitschriftenverlage für Forscher veröffentlichen sie Texte in Online-Journalen und halten dabei grundlegende Regeln der wissenschaftlichen Qualitätssicherung nicht ein. Recherchen von ARD und Süddeutscher Zeitung ergaben: Deutschlandweit sind über 5000 Wissenschaftler verwickelt. Auch die Saar-Uni ist betroffen.

Glaubwürdigkeit der Wissenschaft

Reaktionen kommen auch aus der Politik. Die Staatskanzlei teilte dem SR mit, die Hochschulen hätten das Problem erkannt. Man sei überzeugt davon, dass jetzt die richtigen Maßnahmen getroffen würden. Ähnlich äußerte sich die CDU-Fraktion im saarländischen Landtag. Die SPD-Fraktion betonte, die Wissenschaft dürfe ihre Glaubwürdigkeit nicht verlieren. Schließlich würden Studien auch für wichtige Entscheidungen herangezogen – zum Beispiel in der Medizin oder für Gesetze.

Video [aktueller bericht, 19.07.2018, Länge: 3:39 Min.]
Interview mit Uni-Präsident Prof. Manfred Schmitt 

Die Links-Fraktion will das Thema der pseudowissenschaftlichen Journale im nächsten Wissenschaftsausschuss des Landtags besprechen. Denkbar sei auch eine Liste für Wissenschaftler: Auf der könnte dann stehen, bei welchen Verlegern man nicht veröffentlichen soll.

Über dieses Thema wurde auch in der SR3-Rundschau vom 19.07.2018 berichtet.

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