Fairtrade Zukunftstour (Foto: Fairtrade-Initiative Saarland)

Fairer Handel hat viele Facetten

Laura Hoffmann   19.09.2020 | 13:51 Uhr

Der faire Handel feiert im September 50-jähriges Bestehen in Deutschland. Mittlerweile gibt es fast überall Fairtrade-Produkte, die Kleinbauern in Drittstaaten unterstützen. Verschiedene Siegel legen unterschiedliche Schwerpunkte.

Fairtrade-Produkte sollen in Entwicklungsländern Kleinbauern fördern und deren Arbeitsbedingungen beispielsweise durch bessere Bezahlung verbessern. In Zeiten von Klimawandel und Corona-Krise ist es umso wichtiger, die Bauern finanziell zu unterstützen.

In Deutschland wird bereits seit 50 Jahren mit fairen Produkten gehandelt. Im Saarland gibt es bereits neun Städte sowie drei Landkreise, die für fairen Handel durch die Fairtrade-Initiative ausgezeichnet wurden. Dabei müssen fünf Nachhaltigkeits-Kriterien erfüllt werden.

Nachhaltiger Handel immer wichtiger

Die Universität des Saarlandes hat in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass die Corona-Pandemie bei vielen Menschen einen bewussteren Umgang mit Ressourcen auslöst. Knapp die Hälfte der 500 Befragten sei bereit, mehr Geld für regionale Produkte auszugeben.

Das ist für den Handel wichtig, sagt der Leiter der Studie Bastian Popp: „Nachhaltigkeit bleibt nicht nur äußerst relevant, sie gewinnt durch die Covid-19-Pandemie sogar noch mehr an Bedeutung.“

Reichliche Auswahl

Nicht nur Fairtrade zertifiziert Produkte aus fairem Handel. Es gibt mittlerweile verschiedene Siegel, die mit fairen Handel werben. Jedoch ist Vorsicht geboten: Bei der Zertifizierung der Produkte setzen die Firmen unterschiedliche Schwerpunkte. Die Verbraucherzentrale erläutert in einer Übersicht, welche Siegel für was stehen.

Kritik an Fairtrade-Siegel

Faire Produkte werden mittlerweile überall angeboten. Ob in Eine-Welt-Läden oder Discountern: Überall gibt es Waren, die mit dem Fairtrade-Siegel werben.

Um dieses Siegel zu bekommen, müssen in Mischprodukten mindestens 20 Prozent fair gehandelte Zutaten enthalten sein. Zuvor lag der Mindestanteil bei 50 Prozent. Dieser wurde 2011 aber reduziert.

Kunden sollten bei den Siegeln genauer hinschauen, denn Faire Ware garantiert nicht unbedingt eine bessere Bezahlung oder Prämie. Manche Siegel wie Rainforest Alliance setzen den Fokus eher auf nachhaltigen Anbau. Peter Weichardt von der Fairtrade Initiative Saarland rät deshalb, die Verpackung genau unter die Lupe zu nehmen.

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