Vlexx-Zug und ein Wagen der Deutschen Bahn (Foto: Fredrik von Erichsen/dpa)

Fahrplanwechsel bei Bus und Bahn

  15.12.2019 | 10:05 Uhr

Mit dem Fahrplanwechsel bei der Bahn sind am 15. Dezember im saarländischen Nahverkehr zahlreiche Änderungen in Kraft getreten. Das wirkt sich auch auf den Busverkehr im Kreis St. Wendel aus. Die Saar-Grünen fordern unterdessen einen Angebotsausbau im Personennahverkehr.

Video [aktueller bericht am Sonntag, 16.12.2019, Länge: 2:43 Min.]
Neuer Winterfahrplan der Regionalbahn

Die DB Regio AG geht auf der Strecke Schweich – Trier – Saarbrücken – Kaiserslautern mit 25 Neufahrzeugen von Alstom an den Start. Die neuen Züge punkten mit Steckdosen, Videokameras, kostenfreiem WLAN und einem modernen Fahrgastinformationssystem, das Informationen zum Fahrplan und zu Anschlüssen in Echtzeit anbieten soll. Das teilte das saarländische Wirtschaftsministerium mit.

Nahestrecke: Zehn Prozent der Züge fallen aus

Die Nahestrecke wird seit Sonntag vom privaten Bahnunternehmen Vlexx bedient. Vlexx muss vorübergehend auf 20 alten Bahn-Züge zurückgreifen, da die neuen Fahrzeuge wegen massiver Lieferschwierigkeiten beim Hersteller Bombardier noch auf sich warten lassen.

Da die Vlexx-Mitarbeiter auf den Ersatzzügen geschult werden müssen, ergibt sich nach Ministeriumsangaben außerdem eine angespannte Personallage. Bis 1. Februar fallen hier etwa zehn Prozent des Fahrplans aus – vor allem Verstärkerfahrten und Fahrten mit vergleichsweise geringer Nachfrage. Alle bestehenden SaarVV-Fahrkarten sollen ihre Gültigkeit behalten.

Vlexx kündigte außerdem veränderte Fahrzeiten für den Regionalzug RE 3 zwischen Frankfurt und Saarbrücken an. Grund dafür ist die Inbetriebnahme einer neuen S-Bahnstation am Frankfurter Flughafen.

Änderungen im Busverkehr

Die Änderungen bei der Bahn wirken sich auch auf den Busverkehr im Saarland aus. Saar-Mobil muss die Abfahrtszeiten der Regiobus-Linie R11 und anderer Linien geringfügig ändern. Außerdem wird die R11-Haltestelle "Gonnesweiler CenterParks" in Fahrtrichtung Nohfelden an den Kreisverkehrsplatz "Lindenallee" verlegt.

Am Bahnhof Türkismühle wird die Belegung der Bussteige B und D getauscht. Saar-Mobil kündigte auch geringfügige Anpassungen im Schülerverkehr zu den Schulen in Türkismühle, Theley und Primstal an. Dadurch sollen die Fahrzeiten teils erheblich verkürzt und die Beförderungskapazitäten erweitert werden. Die Schulen seien vorab informiert worden.

Saar-Grüne kritiseren Angebot

Die Saar-Grünen fordern anlässlich des Fahrplanwechsels der Bahn, dass das Angebot im Personennahverkehr umfassend ausgebaut wird. Während andere Bundesländer ihre Zugverbindungen ausbauten, streiche das Saarland sogar Zugverbindungen zusammen. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete und Landeschef der Saar-Grünen, Markus Tressel, sagte, der Fahrplanwechsel sei eine herbe Enttäuschung für alle, die auf mehr Angebote gehofft hätten.

Er fordert Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) zu einem Kurswechsel auf: Bahn und Bus müssten endlich in den Mittelpunkt der Verkehrspolitik rücken. Der fehlende Angebotsausbau wirke sich zunehmend nachteilig für das Saarland aus. "Der Wirtschaftsstandort und die Menschen leiden unter Lärm, Abgasen und Staus, gerade im Ballungsraum zwischen Dillingen, Saarbrücken und Neunkirchen/Homburg. Junge Fachkräfte ziehen lieber in Regionen mit einem guten und eng getakteten ÖPNV-Angebot", so Tressel.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 15.12.2019 berichtet.

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