Justitia-Figur (Foto: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst)

Ex-Pharmareferent von Urgo verurteilt

Thomas Gerber   02.03.2021 | 13:49 Uhr

In einem weiteren Fall von Abrechnungsbetrug ist am Dienstag ein Pharmareferent vom Landgericht Saarbrücken zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der ehemalige Vertreter des Sulzbacher Wundheilungsspezialisten Urgo soll Rezepte für sogenannten Praxisbedarf entweder komplett gefälscht oder die Bestellungen handschriftlich nach oben frisiert haben.

Der ehemalige Pharmareferent bekam 15 Monate auf Bewährung und muss zudem 3000 Euro an die Deutsche Welthungerhilfe zahlen. Der 42-Jährige galt jahrelang als einer der erfolgreichsten Außendienstler von Urgo und glänzte mit guten Umsätzen. Allerdings basierte einiges davon ganz offenbar auf Betrug und Urkundenfälschung.

Geständnis für 15 Fälle

15 Fälle räumte der gelernte Krankenpfleger am Dienstag im Rahmen eines Deals vor dem Landgericht ein - im Gegenzug zum Geständis kam er mit einer relativ milden Strafe davon. In Arztpraxen in Nordhessen soll er Rezepte für sogenannten Praxisbedarf entweder komplett gefälscht oder die Bestellungen handschriftlich nach oben frisiert haben.

Ein Niedergelassener wunderte sich gar über ein Geschenkpaket von Urgo, das ihm wegen der angeblich georderten Riesenmenge an Material zur Wundversorgung zugekommen war.

Schaden von 60.000 Euro

Die Sache ging jahrelang gut. Schließlich erstattete die AOK Hessen, über die der Praxisbedarf abgerechnet worden war, Strafanzeige. Der Kasse ist durch den Betrug ein Schaden von rund 60.000 Euro entstanden.

Die Urgo-Chefetage soll nichts mitbekommen haben. Der Beschuldigte hatte aufgrund der aufgeblähten Bestellungen rund 7000 Euro zu viel an Provision kassiert.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 02.03.2021 berichtet.

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