Simone Veil (Foto: dpa)

Europapolitikerin Simone Veil gestorben

  30.06.2017 | 16:24 Uhr

Die französische Publizistin und Politikerin Simone Veil ist am Freitag im Alter von 89 Jahren gestorben. Simone Veil war in den 70ern französische Gesundheitsministerin und später Präsidentin des Europäischen Parlaments. Seit 2008 war sie außerdem Mitglied der Académie française.

Die 1927 in Nizza geborene Juristin hat sich als Überlebende des Holocaust für die Aussöhnung zwischen Franzosen und Deutschen eingesetzt, weil sie diesen Prozess als tragendes Element der europäischen Integration im Sinne der Verständigung durch Verstehen sah.

Dafür trat sie als Politikerin ebenso ein wie als Grande Dame des öffentlichen Diskurses in Frankreich, Deutschland und Europa. 1980 erhielt sie dafür den Karlspreis der Stadt Aachen, nachdem sie im Jahr davor Präsidentin des ersten direkt gewählten Europäischen Parlaments wurde.

2009 erschien in Deutschland ihre Autobiographie "Und dennoch leben". Im gleichen Jahr erhielt Simone Veil den Medienpreis der Deutsch-Französischen Journalistenpreises.

Anteilnahme beim DFJP

Der Deutsch-Französische Journalistenpreis trauert um Simone Veil. Durch ihre eigene Biographie und den festen Glauben an die Demokratie und an das Gute in jedem Menschen gehöre sie zu den Wegbereitern der Europäischen Einigung. Außerdem lobte der Deutsch-Französische Journalistenpreis ihr Engagement für die Aufarbeitung der Nazi-Diktatur in Deutschland und Europa. Simone Veil sei ein Vorbild für alle, die sich kritisch mit dem Zeitgeist auseinandersetzen und für eine Gesellschaft mit menschlichem Antlitz eintreten.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 30.06.2017 berichtet.

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