Ein Rettungswagen im Einsatz (Foto: picture alliance / Nicolas Armer/dpa | Nicolas Armer)

Gesundheitskooperation mit Frankreich soll besser werden

Mit Informationen von Bettina Rau   02.08.2022 | 20:00 Uhr

Die Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich läuft im deutsch-französischen Grenzraum nach wie vor nicht reibungslos. Das soll sich durch mehrere Projekte ändern. Unter anderem soll der Austausch von Daten zwischen den Leitstellen in Metz und Saarbrücken besser werden.

Es klingt unglaublich im Jahr 2022: Gibt es Notfälle von Deutschen auf französischem Staatsgebiet werden immer noch Faxe zwischen den Rettungsleitstellen beider Länder hin und her gesandt. Neu sind diese Probleme nicht. Jetzt soll aber bald damit Schluss sein.

Die Leitstellen in Metz und Saarbrücken wollen sich möglichst ab Ende des Jahres per Schnittstelle Daten senden. Außerdem soll eine Übersetzungshilfe installiert werden.

"Wir wollen mit dem Jahreswechsel eine neue Kommunikationsanlage in Dienst stellen, die eine generelle Übersetzungsfunktion vorsieht", erläutert der Geschäftsführer der Rettungsleitstelle, Timm Mathis.

Gesundheitsraum soll eingerichtet werden

Das Projekt ist nur eines von vielen, die der Eurodistrict in den letzten Jahren begleitet hat. Unter dem Dach der Gesundheitskooperation "Geko" hat der Eurodistrict eine eigene Anlaufstelle, um Bürger mit Problemen im Grenzgebiet zu beraten. Ziel ist es, langfristig sogar einen eigenen Gesundheitsraum, "Corridor“ genannt, einzurichten.

"In einem ersten Schritt versuchen wir jetzt, die 'Corridor'-Lösung als Experiment starten zu dürfen", so Karin Mertens vom Eurodistrict Saarmoselle. Das Projekt solle wissenschaftlich begleitet werden. Dabei solle unter anderem geprüft werden, wie sich die deutschen und französischen Krankenkassen einbringen können.

Zusammenarbeit von Krankenhäusern geplant

Denkbar sind etwa auch Kooperationen zwischen deutschen und französischen Krankenhäusern. Der deutsch sprechende Arzt Samine Sahbai aus dem Krankenhaus Robert Pax in Saargemünd will zum Beispiel künftig mehr mit dem Herzzentrum in Völklingen zusammenarbeiten. Grund dafür sei, dass es in Saargemünd hochspezialisierte Geräte gebe, die in Völklingen nicht vorhanden seien, so Sahbai.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 02.08.2022 im SR Fernsehen berichtet.

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