Ein Spieler gibt bei einem Escape-Game eine Zahlenkombination in ein Schloss ein. (Foto: picture alliance / Frank Rumpenhorst/dpa)

Saarländische Escape-Rooms bislang ungeprüft

Kai Forst mit Informationen von Herbert Mangold   08.01.2019 | 19:37 Uhr

Nach dem tödlichen Unfall mit fünf Toten in einem polnischen Escape-Room wird klar: Im Saarland wissen die Behörden nicht, wie gut oder schlecht es um die Sicherheitsmaßnahmen bestellt ist. Denn eine Prüfung hat bislang noch nicht stattgefunden. Das soll sich jetzt ändern.

Bei einem Brand in einem sogenannten Escape Room in Polen sind am Freitag fünf Teenager ums Leben gekommen. Die 15-jährigen Mädchen feierten in der Freizeiteinrichtung im nordpolnischen Koszalin ein Geburtstagsfest. Seitdem sind in Polen aufgrund mangelnder Sicherheitsmaßnahmen 13 ähnliche Stätten geschlossen worden.

Saarbrücken wird prüfen

Video [aktueller bericht, 08.01.2019, Länge: 3:12 Min.]
Sicherheitsprüfungen in saarländischen Escape-Rooms

Wie gut oder schlecht die Sicherheitsvorkehrungen wie Brandschutz oder Fluchtwege im Saarland sind, ist bislang unklar. Denn die Behörden haben die insgesamt fünf Anbieter der Escape-Rooms in Saarbrücken, St. Wendel, Saarlouis und Merzig noch nicht unter die Lupe genommen. Doch das soll jetzt schnellstmöglich nachgeholt werden, sagt der Saarbrücker Baudezernent Heiko Lukas. Er will jetzt nicht nur die Papierlage, sondern sich auch erstmalig vor Ort ein Bild machen. „Mich selber hat das auch sehr schockiert. Unmittelbar als das bekannt wurde, haben wir veranlasst, dass diese Räumlichkeiten in Saarbrücken vor Ort geprüft werden.“

"Werden uns die Örtlichkeit anschauen"

Ähnlich ist die Situation in Merzig und in Sankt Wendel. Auch dort werden die Baubehörden jetzt zum ersten Mal prüfen, ob alles in Ordnung ist. In Saarlouis wussten die Verantwortlichen bis vor wenigen Tagen noch nicht einmal, dass es in ihrer Stadt überhaupt einen Escape-Room gibt. „Ich habe den Begriff Escape-Room erst vor einigen Tagen in den Nachrichten gehört, als in Polen der tödliche Unfall passiert ist. Mir ist eine derartige Nutzung hier bislang nicht bekannt gewesen. Deshalb konnte er nicht geprüft werden, es ist bei uns nichts beantragt worden. Aber da wir jetzt davon wissen, werden wir uns die Örtlichkeit anschauen“, so der Baubehördenleiter Arno Modert.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 8.1.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen