Atomkraftwerk Fessenheim (Foto: dpa/Patrick Seeger)

Erster Reaktor in Fessenheim abgeschaltet

Lisa Huth   22.02.2020 | 08:58 Uhr

Im ältesten Atomkraftwerk der EU im elsässischen Fessenheim wurde in der Nacht zum Samstag der erste von zwei Reaktoren abgestellt. Der zweite Reaktor soll im Juni abgeschaltet werden. Ist das erfolgt, ist das AKW Fessenheim nach 43 Jahren Geschichte.

Video [aktueller bericht, 21.02.2020, ab 15:51 Min.]
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Während in Fessenheim selbst die Angst vor der Zukunft überwiegt, weil der Ort stark von den Gewerbeinnahmen und die Menschen von den Arbeitsplätzen abhängen, herrscht Freude auf deutscher und schweizer Seite. Nach Ansicht von Bundesumweltministerin Svenja Schulze macht die Abschaltung des Atomkraftwerks Deutschland sicherer. Berlin werde nicht nachlassen, in Frankreich für die Abkehr von der Atomenergie zu werben. Genau das kritisiert die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl im SR-Interview. Sie sagte, die Bundesregierung unternehme in dieser Hinsicht gar nichts.

Rückbau dauert Jahre

Vorerst wird sich in Fessenheim nicht viel ändern: Die Fachkräfte vor Ort werden über Jahre mit dem Rückbau beschäftigt sein. Außerdem soll dort als Restrukturierungsmaßnahme eine Art „AKW-Recyclinghof“ für abgebrannte Brennstäbe eingerichtet werden. Diese quer durch Frankreich nach Fessenheim zu transportieren hält Kotting-Uhl aber für keine sichere Lösung.

Über dieses Thema hat auch die SR3-Rundschau vom 21.02.2020 berichtet.

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