Symbolbild: Eine Sirenenanlage auf dem Dach eines Turms der Freiwilligen Feuerwehr.  (Foto: dpa/Jan Woitas)

Probleme am Warntag im Saarland

  10.09.2020 | 17:51 Uhr

Beim bundesweiten Warntag sollten am Donnerstag um 11.00 Uhr im Saarland alle 484 Sirenen heulen und Warnmeldungen aufs Smartphone kommen. Das hat vielerorts nicht funktioniert. Das Bundesinnenministerium hat den landesweiten Probealarm mittlerweile als fehlgeschlagen bezeichnet.

Ein Alarmtest mit Holperern
Audio [SR 3, Steffani Balle, 10.09.2020, Länge: 00:57 Min.]
Ein Alarmtest mit Holperern

In einer Erklärung des Bundesinnenministeriums heißt es, die Vorgänge würden nun umfassend aufgearbeitet. Deutschlandweit sollten beim Warntag alle Sirenen auf ihre Einsatzfähigkeit getestet werden. Mit dem Tag sollte die Bevölkerung sensibilisiert und auf die verfügbaren Warnmittel aufmerksam gemacht werden. Es war der erste Warntag seit der Wiedervereinigung.

Doch 30 Jahre nach dem letzten Warntag hakte es ziemlich: Auf der SR.de-Facebook-Seite klagten zahlreiche Nutzer aus dem ganzen Saarland, dass die Sirenen bei ihnen stumm blieben, auch Warnmeldungen aufs Smartphone kamen verzögert oder gar nicht an. Ähnliches berichteten viele Anrufer dem SR.

Verzögert und zu leise

Die meisten finden den Sirenentest sinnvoll
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 10.09.2020, Länge: 02:39 Min.]
Die meisten finden den Sirenentest sinnvoll

Auf Anfrage bestätigte das saarländische Innenministerium, dass es eine Verzögerung in Saarbrücken gegeben habe. Doch sowohl im Regionalverband als auch in St. Wendel habe die Alarmierung wie geplant funktioniert. Allerdings, so ein Sprecher, sei der Alarm in manchen Kommunen möglicherweise zu leise gewesen. Eine vollständige Auswertung soll es in den kommenden Tagen geben.

Überlastung der Warn-App

Dass es bundesweit Probleme mit der Warn-App NINA gab, bestätigte unterdessen das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn. Teilweise sei es zu einer Überlastung des modularen Warnsystems gekommen.

Bürger in Gefahrensituation warnen

Im Saarland wären unter anderem ein Großbrand, Hochwasser, ein atomarer Unfall in Cattenom oder eine Chemie-Explosion in Carling denkbare Szenarien, in denen die Bevölkerung gewarnt werden müsste. Das soll schnell und flächendeckend möglich sein, auch wenn der Strom ausgefallen ist.

Sirenen und Apps auf dem Prüfstand

Interview mit Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz
Keine Panik vor dem Alarmtag!

Ob das mit den derzeitigen Warnvorkehrungen möglich ist, sollte im Saarland getestet werden.

Der Saarländische Rundfunk strahlte keine Warnmeldung im Programm aus, sondern erklärte stattdessen die tönenden Sirenen. Denn die Menschen sollten in Corona-Zeiten nicht noch zusätzlich verunsichert werden.

Künftig jedes Jahr im September Warntag

Der Warntag war von den Innenministern der Länder verabredet worden, um die Menschen zu sensibilisieren, dass eine Warnung über Sirenen durchaus auch heute noch möglich und ernst zu nehmen ist. Dieser Tag soll ab jetzt jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September stattfinden.

Über dieses Thema haben die SR-Hörfunknachrichten am 09.09.2020 berichtet.

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