Klärwerk Burbach (Foto: IMAGO / Becker&Bredel)

Erste Corona-Abwasser-Proben im Klärwerk Burbach

  15.02.2022 | 22:16 Uhr

Am Dienstag sind im Rahmen eines Pilotprojektes der Bundesregierung im Klärwerk Burbach die ersten Proben gezogen worden, um Coronaviren im Abwasser zu erkennen. Burbach ist einer von bundesweit 20 Standorten, die an dem Projekt teilnehmen.

Insgesamt hatten sich in Deutschland 119 Standorte um eine Teilnahme an dem Pilotprojekt beworben. Am Ende wurden 20 Pilotstandorte ausgewählt, an denen künftig untersucht werden soll, ob Coronaviren im Abwasser zu erkennen sind. Das Klärwerk Burbach ist einer von ihnen.

Abwasser als Corona-Frühwarnsystem

Start der Probenentnahme war am Dienstag (15. Februar). Laut dem Entsorgungsverband Saar (EVS) können in Burbach Abwässer von umgerechnet 200.000 Einwohnern behandelt werden. „Da es sich um ein Pool-Verfahren handelt, können - anders als bei individuellen Tests der Schleimhäute - die Ausscheidungen vieler Menschen auf einmal ausgewertet und als Frühwarnsystem verwendet oder für die Konzeption lokaler Maßnahmen zugrunde gelegt werden“, teilte eine EVS-Sprecherin mit.

Rückschlüsse auf zeitliche Zusammenhänge

Die gewonnenen Proben werden dann im Labor von SGS Institut Fresenius mittels molekularbiologischer Methoden analysiert. Laut EVS liefert das Gesundheitsamt des Regionalverbandes anonymisierte Daten zum Infektionsgeschehen im Einzugsgebiet des Pilotprojektes. So könnten Rückschlüsse auf zeitliche Zusammenhänge zwischen Corona-Inzidenzen und den Analyseergebnissen gezogen werden.

Nach Ablauf der Pilotphase im Frühjahr 2023 soll darüber entschieden werden, ob auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse ein dauerhaftes flächendeckendes Abwasser-Monitoring für Deutschland empfohlen werden kann.

Das Klärwerk in Burbach erhält für die Teilnahme am Pilotprojekt eine Förderung in Höhe von 60.000 Euro.

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