Dr. med. Ulrich Seidl ist zum Landesarzt für Menschen mit chronischen Suchtmittelabhängigkeiten berufen worden. (Foto: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie)

Seidl wird Landesarzt für Menschen mit Suchtproblemen

mit Informationen von Bettina Rau   14.01.2022 | 19:57 Uhr

Die Landesregierung hat Ulrich Seidl zum neuen Landesarzt für Menschen mit Suchtproblemen ernannt. Er soll vor allem die Landesbehörden beraten. Seidl will unter anderem neue Konzepte zur Behandlung von Schwerstabhängigen voranbringen.

Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) hat am Freitag Ulrich Seidl in die neu geschaffene Position als Landesarzt für Menschen mit chronischen Suchtmittelabhängigkeiten berufen. Es sei wichtig das Thema Sucht und chronische Abhängigkeit noch weiter aus der Tabuzone herauszuholen und die Gesellschaft dafür zu sensibilisieren, sagte Bachmann. Den Betroffenen müsse geholfen werden.

Video [aktueller bericht, 14.01.2022, Länge: 3:34 Min.]
Ulrich Seidl ist neuer Landesarzt für Menschen mit Suchtproblemen

Oft auch seelische Erkrankung

Seidl ist Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der SHG-Kliniken Sonnenberg. Er soll vor allem die Landesbehörden beraten, die von seinen Erfahrungen profitieren können.

Der erfahrene Therapeut hat auch bereits genaue Vorstellungen und Ideen. Bei Schwerstabhängigen gehe es nicht allein um die Sucht, sondern um verschiedene Faktoren: "Die meisten sind nicht nur schwerstabhängig krank, sondern seelisch schwer krank, nicht nur was die Sucht betrifft, sondern was auch Begleiterkrankungen betrifft", sagte er dem SR.

Wichtig sei, dass man das erkenne und die Menschen behandele. Viele seien traumatisiert, was im Sinne eines Teufelskreises die Sucht aufrecht erhalte, so Seidl.

Pläne für individuellere Therapien

Er will deshalb auch neue Modellprojekte anstoßen. Unter anderem hat er Pläne für individuellere Therapieformen, die die Menschen stärker unterstützen sollen.

Ein Modell sieht unter anderem vor, dass die Betroffenen auch im häuslichen Bereich behandelt werden können. Das scheitere bisher aber daran, dass es wenig Unterstützung auf Seiten der Kassen gebe oder das grundweg abgelehnt werde.

Keine Legalisierung von Cannabis

Die Legalisierung von Cannabis lehnt er klar ab. Es sei das falsche Zeichen. Cannabis sei nicht die ungefährliche Substanz, als die sie immer verkauft werde.

Cannabis erhöhe das Risiko von psychischen Erkrankungen. Es bewirke nicht nur Abhängigkeiten, sondern könne auch die Entwicklung des Gehirns schädigen.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 14.01.2022 im SR Fernsehen berichtet.

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