Ein Staatsanwalt sitzt hinter einem großen Aktenstapel (Foto: dpa/Wolfram Kastl)

Ermittlungen gegen Vize-Rektor von Polizeischule

Thomas Gerber   23.08.2018 | 07:16 Uhr

Der stellvertretende Rektor der Göttelborner Polizei-Fachhochschule, Baltes, steht im Verdacht der Nötigung. Wie die Staatsanwaltschaft dem SR bestätigte, wurde jetzt ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen Baltes und einen seiner Dozenten eingeleitet. Die Gewerkschaft der Polizei fordert Konsequenzen.

Der stellvertretende Rektor und der Dozent sollen demnach vier Studenten im Juli vergangenen Jahres gezwungen haben, ihnen ihre Handys auszuhändigen und zu entsperren. Als sich einer der Studenten weigerte, sein Handy zu entsperren, soll Baltes gedroht haben, das Telefon auslesen zu lassen. Offenbar wollten der Vize-Rektor und der Dozent über die Telefone  überprüfen, ob eine Dozentin Prüfungsaufgaben an die Studenten weitergegeben hatte. Ob sich dieser Verdacht durch die Kontrolle der Handys erhärtet hatte, ist unklar.

Das Ministerium wollte sich auf SR-Anfrage nicht konkret äußern. Die betroffene Dozentin wollte ebenfalls keine Stellungnahme abgeben. Sie erklärte lediglich, dass sie nach wie vor Beschäftigte der Hochschule sei.

Gewerkschaft fordert Konsequenzen

In der Affäre um den Vize-Rektor fordert die Gewerkschaft der Polizei Konsequenzen. GdP-Landeschef David Maaß sagte dem SR, die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft nun ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen Baltes eingeleitet habe, bringe das "Fass zum Überlaufen". Seit Monaten berichteten Studierende von unhaltbaren Zuständen an der Hochschule und einem autoritären Führungsstil der Hochschulleitung. Viele Studierende seien eingeschüchtert. Zwar gelte für Baltes die Unschuldsvermutung, aber sollten sich die Vorwürfe gegen ihn bestätigen, müsse das Ministerium personelle Konsequenzen ziehen. Priorität müsse in jedem Fall das Wohl der Studierenden haben.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 23.08.2018 berichtet.

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