Akten mit der Statue der Göttin der Gerechtigkeit (Foto: dpa/Volker Hartmann)

Ermittlungen gegen Burschenschaftsmitglieder ausgeweitet

Lisa Krauser / Onlinefassung: Sandra Schick   01.10.2020 | 16:07 Uhr

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Heidelberg gegen Mitglieder der Saarbrücker Burschenschaft "Ghibellinia" sind ausgeweitet worden. Mittlerweile wird gegen fünf Personen ermittelt.

Anfang September waren schwere Vorwürfe gegen die Saarbrücker Burschenschaft Ghibellinia zu Prag bekannt geworden. Mitglieder sollen auf einer Burschenschaftsfeier in Heidelberg einen 25-Jährigen körperlich misshandelt und antisemitisch beleidigt haben. Zunächst wurden drei Männer beschuldigt. Wie die Staatsanwaltschaft Heidelberg dem SR mitteilte, ermittelt sie mittlerweile gegen fünf Personen. Die Burschenschaft weist die Vorwürfe zurück.

Uni wartet Ermittlungen ab

Am Donnerstag hat sich zudem der Wissenschaftsausschuss des Landtags mit dem Fall befasst. Die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses, Barbara Spaniol (Linke), die das Thema im Ausschuss eingereicht hatte, zeigte sich enttäuscht. Sie hatte gefordert, dass sich die Saar-Uni von der Burschenschaft distanziert.

Die Universität aber tut sich damit weiterhin schwer. Erst müssten die Ermittlungsergebnisse abgewartet werden. Bis dahin will die Uni keine Entscheidung im Hinblick auf den Umgang mit der Burschenschaft fällen.

Studierendenparlament verärgert

Die Linke stört, dass die Mitglieder der Burschenschaft auf dem Campus für sich werben dürfen. Ein solches Verbot hatte auch das Studierendenparlament gefordert. Immerhin stehe fest, dass die Männer aus Saarbrücken auf der Feier in Heidelberg anwesend waren. Damit hätten sie die Taten zumindest toleriert, so der Vorsitzende des Studierenendeparlaments, Lukas Redemann.

Redemann hat das Thema auch auf die Tagesordnung der nächsten Senatssitzung gesetzt und fordert, dass die Uni endlich eine Kommission bildet, die entscheidet, welche studentischen Vereinigungen anerkannt werden. Dass diese Kommission kommen soll, ist schon beschlossen. Wann, konnte die Uni noch nicht sagen.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten vom 01.10.2020.

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