Schaum auf dem Erbach (Foto: SR)

Ursache für Schaum auf dem Erbach weiter unklar

Dietmar Schellin / Onlinefassung: Axel Wagner   13.03.2019 | 21:25 Uhr

Der Erbach schäumt, seit Monaten. Und es ist schwer zu sagen, was der größere Skandal ist: dass Abwässer eingeleitet werden in die Kanalisation, die da nicht hin gehören, oder dass die Einleitung auch nach zehn Wochen nicht gestoppt wurde.

Anfang Januar empören sich Bürger über den Schaum auf dem Wasser des Erbach. Es sind ungiftige Tenside, wie sie in Waschmitteln und Kosmetika vorkommen. In normalen Mengen verarbeitet das die Kläranlage. In Homburg ist die Menge aber sprunghaft angestiegen.

Keine Höchstgrenze

Video [aktueller bericht, 13.03.2019, Länge: 2:42 Min.]
Herkunft des Schaums auf dem Homburger Erbach weiter unklar

„Was hier passiert, verstößt gegen geltendes Recht, und der Einleiter, der Verursacher verstößt offensichtlich auch bewusst dagegen, denn er weiß ja, dass es entdeckt worden ist, und er weiß auch, dass er es nicht darf“, sagt Winfried Anslinger vom Naturschutzbund (Nabu). „Es fragt sich, wieso das trotzdem geschieht und wieso es die Stadt zwei Monate lang nicht hinbekommt, den Verursacher festzustellen.“

Die Stadt wird vom EVS und dem Landesamt für Umweltschutz bei der Suche nach dem Verursacher unterstützt. Mögliche Großeinleiter wurden angeschrieben. „Es ist definitiv eine optische Auffälligkeit, die nicht hinzunehmen ist“, so Baudirektor Michael Banowitz. Für Tenside gelten jedoch keine Grenzwerte. Der EVS hat seine Kläranlage überprüft, sie scheidet als Ursache aus.

Uniklinikum scheidet aus

Ein Homburger Großeinleiter ist das Uniklinikum Homburg mit seiner Großwäscherei. Ein externes Institut prüft dauerhaft und eng getaktet die Abwässer, die das Klinikgelände verlassen. Auch hier gibt es Entwarnung. „Es gab weder Auffälligkeiten, dass wir an den Grenzwert hinkommen, noch gab es Veränderungen, dass wir intern eine höhere Schmutzbelastung in unserem Abwasser hätten“, so Jan Segelbacher, Technischer Leiter des Uniklinikums.

Tenside könnten auch bei der Produktion von Naturkosmetika entstehen. Die Firma Dr. Theiss wirbt mit der Natur und lässt die Abwässer überprüfen. „Die Untersuchungen sind eingeleitet“, sagt Unternehmenssprecherin Julia Ruffing. „Wir sind da auch sofort losgegangen und haben etwas gemacht. Die Ergebnisse stehen jetzt noch aus.“

Bewertung nicht leicht

Da es für Tenside keine Höchstwerte gibt, ist die rechtliche Bewertung nicht leicht. Das Wasserhaushaltsgesetz verbietet vermeidbare Belastungen. „Es ist natürlich eine Verschmutzung, nicht nur eine optische“, so Michael Penth vom Landesamt für Umweltschutz. Diese könne man nicht tolerieren.

Durch die intensiven Beprobungen der letzten Wochen sind hohe Kosten entstanden, die der Verursacher zu tragen hat. Hinzu kommt zumindest ein mittlerer Imageschaden.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ im SR Fernsehen vom 13.03.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen