Der französische Müllentsorger Sicovad kämpft in Epinal mit einer Plakataktion gegen Fake News. (Foto: SR)

Müllentsorger kämpft gegen Fake News

Bettina Rau und D. Bailly / Onlinefassung: Axel Wagner   27.03.2019 | 21:20 Uhr

Mülltrennung – alles nur Lüge? Eine Theorie, die in Frankreich die verantwortlichen Müll-Unternehmen auf die Barrikaden bringt und in der Region Grand Est zu einer Kampagne veranlasst: Fake News entgegen treten – so ihr Motto.

Mülltrennung ist zu teuer und bringt nichts – dieser These will der Müllentsorger Sicovad in Epinal nun deutlich entgegen treten. „Fake News“ plakatiert das Unternehmen und will damit aufklären. „Die Mülltrennung nützt was“, sagt Ludovic Garnier, Chef der Öffentlichkeitsarbeit bei Sicovad. „Wir haben konkrete Beispiele dafür, wie die Mülltrennung die Umwelt erhält und Arbeitsplätze schafft. Ziel der Kampagne ist es, dass die Leute sich fragen sollen ‚warum trenne ich den Müll‘ und nicht so sehr ‚wie trenne ich den Müll‘.“

Video [aktueller bericht, 27.03.2019, Länge: 2:08 Min.]
Kampagne gegen Fake-News um Mülltrennung

Laut Sicovad werden 75 Prozent des getrennten Mülls recycelt. warum sich manche Gerüchte so hartnäckig halten. Warum sich die Gerüchte so hartnäckig halten, darüber kann auch Sicovad-Präsident Benoit Jourdain nur spekulieren. „‚Ich habe mal eine Firma gesehen, die getrennten Müll eingesammelt hat und ihn nicht zu dem anderen getrennten Müll getan hat.‘ ‚Ich habe geschlussfolgert, das wird verbrannt oder auf die Müllhalde gebracht.‘ Ich nehme an, solcherlei Beobachtungen liegen den Gerüchten zugrunde.“

Lukratives Geschäft

Wiederverwertet wird der getrennte Müll bei Lucart in Laval sur Vologne, einem Ort bei Epinal im Département Vosges. Aus dem Inhalt der Gelben Tonne entstehen so immer wieder neue Materialien, zum Beispiel wasserabweisendes Papier – eine Branche, die stetig wächst.

„Wir haben hier 300 Leute beschäftigt, die von der Mülltrennung leben“, so Produktionschef Romain Mathieu. „Vor allem werden Verpackungen von Getränken, aber auch anderes wiederverwertet. Wir leben zu 90 Prozent davon. Es lohnt sich also, bei der Mülltrennung mitzumachen.“

Noch im Jahr 2000 waren Getränkeverpackungen nicht recyclebar. Jetzt sind es schon mehr als 50 Prozent, und es werden noch mehr. Die Mülltrennung ist inzwischen zu einem wichtigem Wirtschaftsfaktor des Départements geworden.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ im SR Fernsehen vom 27.03.2019 berichtet.

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