Corona Mutanten: Auswertung von Proben im Labor (Foto: dpa-Zentralbild | Waltraud Grubitzsch)

Virusvariante B.1.1.7 weiter auf dem Vormarsch

  08.04.2021 | 16:05 Uhr

Im Saarland ist die Zahl der Corona-Infektionen mit der britischen Virusvariante im vergangenen Monat erneut gestiegen. Stark rückläufig war hingegen in fast allen saarländischen Landkreisen der Anteil der südafrikanischen Variante B.1.531.

Im vergangenen Monat hat sich die Coronavirusvariante B.1.1.7 im Saarland weiter ausgebreitet. Knapp 60 Prozent (*) der gemeldeten Coronainfektionen entfielen in der letzten Märzwoche auf diese Mutante - Anfang März lag ihr Anteil im Saarland noch bei rund 34 Prozent.

Die Virusvariante gilt als deutlich ansteckender als das ursprüngliche Virus, den sogenannten Wildtyp Sars-CoV-2. Das zeigt sich auch im Regionalverband Saarbrücken, wo sich durch B.1.1.7 häufiger ganze Familien anstecken.

"Auffallend sind die hohen Zahlen an Folgefällen in Kindergärten und Grundschulen. Durch den hohen Anteil an Virusmutationen, der in diesem Bereich rund 95 Prozent beträgt, infizieren sich nach den Kindern häufig alle Familienangehörigen", teilte Regionalverbandsdirektor Peter Gillo mit.

Weniger Infektionen durch B.1.531

Noch deutlicher als die Zunahme der Variante B.1.1.7 zeigt sich im Saarland allerdings die Abnahme der südafrikanischen Variante B.1.531. In der Kalenderwoche 12 (22.03.-28.03.) wurden rund 4,5 Prozent der gemeldeten Coronainfektionen durch B.1.531 verursacht - Anfang März waren es im Saarlandschnitt noch über zehn Prozent, wie die Zahlen der Landkreise und des Regionalverbands zeigen.

Den größten Anteil an durch B.1.351 verursachten Infektionen meldete in der letzten Märzwoche der Landkreis St. Wendel mit rund 20 Prozent - den geringsten der Regionalverband Saarbrücken mit 2,3 Prozent. Dass sich die Anteile der einzelnen Mutanten an den Gesamtinfektionen verschieben, hatte sich bereits Mitte März angekündigt.

(*) Umstellung im Testverfahren

Insgesamt waren die Virusvarianten - sowohl die südafrikanische als auch die britische Mutante - in der letzten Märzwoche für rund 63 Prozent der Corona-Neuinfektionen im Saarland verantwortlich, womit der Anteil circa sechs Prozent unter dem der Vorwoche lag.

Zumindest im Regionalverband Saarbrücken gibt es hierfür offenbar eine Erklärung. Dass der Anteil der Mutanten an der Gesamtzahl der Coronafälle in der letzten Märzwoche abgenommen hat, sei mit einer Umstellung des Testverfahrens in dem größten zuständigen Labor zu erklären, teilte ein Sprecher des Regionalverbands mit.

Seit dem 22. März würden dort keine Coronaproben mehr auf Mutanten ausgewertetet, die unter einer gewissen Grenze der Viruslast liegen. "Das betrifft in unserem Fall derzeit rund 23 Prozent der Fälle. Der eigentliche Wert dürfte also auf Vorwochenniveau oder etwas darüber liegen", so der Sprecher.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja