Eine Person hält den Telefonhörer in der Hand. (Foto: IMAGO / Fotostand)

Vorsicht vor Anrufen von falschen Energieversorgern

  26.08.2022 | 16:09 Uhr

Wenn es darum geht, Menschen um ihr Geld zu bringen, können Täter sehr hinterlistig sein. Aktuell sei laut Energis vor allem eine Masche im Trend: die Angst vor steigenden Energiepreisen auszunutzen. Doch Verbraucher können sich wehren.

Die steigenden Energiepreise machen vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern Angst. Diese Sorge machen sich nun laut Strom- und Gasanbieter Energis immer mehr Telefonbetrüger zu Nutze.

Die Anrufer würden etwa behaupten, im Auftrag von kommunalen Energieversorgern anzurufen. Es ginge beispielsweise darum, Verträge online anzupassen. Bei solchen Anrufen werden die Menschen verunsichert und unter Druck gesetzt. Die Täter versuchen im Gespräch das Vertrauen der Person am anderen Hörer zu erhalten.

Daten zum Abgleich erfragen

Doch Verbraucherinnen und Verbraucher können sich gegen diese Masche wehren. Verbraucherschützer raten, sofort aufzulegen, sobald ein Anruf mit diesem Muster eingeht. Sollte das Gespräch aber schon etwas länger andauern, könnten die Angerufenen auch einfache Gegenfragen stellen, um die Telefonbetrüger unter Druck zu setzen. Eine Möglichkeit ist es, nach spezifischen Daten zum Abgleich zu fragen.

Jochen Strobel, Leiter der Privat- und Gewerbekunden von Energis, stellt klar: „Rechtlich verhält sich das Ganze so, dass weder Energieversorger selbst noch von diesen beauftragte Dienstleister, Kunden ohne deren ausdrückliche schriftliche Einverständnis einfach zu werblichen Zwecken anrufen dürfen."

14-tägiges Widerrufungsrecht nutzen

Darüber hinaus warnt Strobel davor, sensible Daten wie Name, Anschrift sowie Zählernummer und den aktuellen Energielieferanten am Telefon allzu leichtfertig preiszugeben.

Sollte der Betrüger nun aber doch seinem Gegenüber am Telefon einen Vertrag unterjubeln, können Verbraucher von ihrem 14-tägigen Widerrufungsrecht Gebrauch machen. Die Bundesnetzagentur empfiehlt hierbei, ein Einschreiben an den neuen Anbieter zu schicken, um der Beschwerde juristisch mehr Gewicht und Verbindlichkeit zu verleihen.

Altverträge in Gefahr

Problematisch sind laut Strobel jedoch Altverträge. Der vermeintlich neue Anbieter kann die Daten seines Opfers dazu verwenden, dessen alten Vertrag offiziell zu kündigen. Danach ist es für Verbraucherinnen und Verbraucher oft nicht mehr möglich, diesen wiederherzustellen. Verträge zu guten Konditionen könnten so hinfällig werden.

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