Befüllen einer Ölheizung (Foto: SR)

Ölheizungen sind ein Auslaufmodell

  25.07.2020 | 09:51 Uhr

Im Saarland waren sie lange besonders beliebt, aber ab 2026 dürfen Ölheizungen nur noch in Ausnahmefällen eingebaut werden. Die Verbraucherzentrale informiert, welche Alternativen es gibt, und wie sie finanziert werden können.

Anfang des Monats hat der Bundesrat dem neuen Gebäudeenergiegesetz zugestimmt, Anfang Oktober könnte es in Kraft treten. Besonders betroffen von der neuen gesetzlichen Regelung sind Ölheizungen. Sie dürfen ab 2026 nur noch in Ausnahmefällen – bei anteiliger Wärmenutzung durch erneuerbare Energien oder wenn die Nutzung erneuerbarer Energien eine "unbillige Härte" bedeuten würde – eingebaut werden. Schon länger gilt in bestimmten Fälle eine Nachrüstpflicht für ältere Heizungsanlagen.

Die wichtigsten Heizungsarten

Heizungen mit Brennwertkessel auf Basis von Öl oder Gas sind in Deutschland immer noch am verbreitetsten. Inzwischen gibt es aber auch zahlreiche Alternativen. Christine Mörgen, Energieberaterin für die Verbraucherzentrale Saarland, nennt die wichtigsten:

  • Solarthermie (als Ergänzung zu Öl oder Gas)
  • Pelletheizung und Scheitholzvergaserkessel
  • Wärmepumpen (Luft, Wasser, Geothermie)
  • Fernwärme
  • Stromheizungen ( Nachtstromspeicher oder Infrarot )
  • Stromerzeugende Heizungen (Blockheizkraftwerke, Brennstoffzellen)
  • Hybridheizungen ( bivalente Heizsysteme)

Für welche Heizung sich ein Hausbesitzer, der eine neue Wärmequelle einbauen möchte, entscheidet, hänge von viele Faktoren ab, sagt Mörgen. Wichtige Kriterien für die Entscheidung sollten laut der Expertin neben der Minderung des CO2-Ausstoßes eine Erhöhung der Effizienz sowie ein weitgehender Ersatz fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Energien sein.

Zur Ermittlung der passenden Heizung könnten Hausbesitzer die Verbrauchsdaten analysieren lassen. Außerdem rät Mörgen zu einer individuellen Beratung durch einen unabhängigen Sachverständigen. Dabei könnten möglicherweise auch Einsparpotentiale gefunden werden.

Vielfältige Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Finanziell müsse geklärt werden, welche Investitions- und Betriebskosten die neue Heizung mit sich bringt. Dabei gebe es vielfältige Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten.

So halte die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die Finanzierung Förderprogramme auf Darlehensbasis bereit. "Die zwei wesentlichen Programme sind der Ergänzungskredit für das Heizen mit erneuerbaren Energien (Programm 167) und das Zuschussprogramm 433 für Brennstoffzellen", erläutert Mörgen. Durch das Gebäudeenergiegesetz seien Zuschüsse zwischen 30 und 45 Prozent für die neue Heizungsanlage möglich.

Wer seine bestehende Heizungsanlage optimieren möchte, könne über das Bundesamt für Ausfuhr- und Wirtschaftskontrolle (Bafa) oder bei der KfW Zuschüsse und Kredite erhalten.

Kostenloser Online-Vortrag

Welcher Heizungstyp und welche Finanzierung für welchen Hausbesitzer passt, müsse individuell abgewogen werden, betont Energieberaterin Mörgen. Dafür könnte etwa das Beratungsangebot der Verbraucherzentrale in Anspruch genommen werden.

Mörgen selbst informiert Gebäudeeigentümer, die ihre Heizung erneuern wollen oder müssen, am 28. Juli von 18.00 bis 19.30 Uhr in einem kostenlosen Online-Vortrag. Nach einer vorausgehenden Onlineanmeldung über die Webseite der saarländischen Verbraucherzentrale können im Anschluss an den Vortrag per Chat auch Fragen gestellt werden.

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