Ein Teststreifen für einen Antigentest liegt auf Geldscheinen (Foto: Imago/Frank Sorge)

Ende der kostenlosen Schnelltests

Sandra Schick   11.10.2021 | 06:28 Uhr

Mal eben vor dem Restaurantbesuch einen kostenlosen Schnelltest machen lassen - das geht seit Montag nicht mehr. Denn Schnelltests kosten die meisten Bürger ab jetzt Geld. Wie teuer sie sind, hängt vom Testort ab.

Bislang konnte jeder Bürger täglich einen kostenlosen Schnelltest durchführen lassen. Seit Montag ist das nicht mehr möglich. Kostenlose Tests gibt es dann nur noch für besondere Gruppen. Dazu gehören Kinder unter 18 Jahren, Schwangere und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

Video [aktueller bericht, 11.10.2021, Länge: 3:06 Min.]
Ende der kostenlosen Schnelltests

Auch die Tests, die zum Besuch von Pflegeheimen oder Krankenhäusern notwendig sind, werden weiterhin kostenlos angeboten. Gleiches gilt für Menschen, die Symptome haben und sich deswegen testen lassen. Die meisten Menschen aber müssen für die Antigen-Schnelltests ab jetzt Geld bezahlen.

Keine festen Preisvorgaben

In den sieben Testzentren des Landes kosten die Antigen-Schnelltests künftig 15 Euro. Für einen PCR-Test werden 60 Euro berechnet.

Diese Preise gelten aber nur für die landeseigenen Testzentren. Sie befinden sich weiterhin auf dem Saarbrücker Messegelände, an der Goldenen Bremm, dem Parkplatz Eisenbahnhalle in Merzig, dem Bosenbachstadion in St. Wendel, dem Festgelände Eisweiher in Neunkirchen, an der Halde Duhamel in Ensdorf und in der Straße Am Forum in Homburg.

Für die zahlreichen privaten Teststationen im ganzen Land gibt es hingegen keine einheitlichen Preise. Jeder Betreiber kann selbst seinen Preis festlegen, teilte das Ministerium auf Anfrage mit.

Wer sich weiterhin kostenlos testen lassen kann
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 11.10.2021, Länge: 01:28 Min.]
Wer sich weiterhin kostenlos testen lassen kann

Von 13,90 Euro bis 19,99 Euro

Eine stichprobenartige Umfrage unter verschiedenen Testanbietern zeigte dabei sehr unterschiedliche Preise:

Im Testzentrum im Saarbasar Saarbrücken kostet ein regulärer Schnelltest seit Montag 13,90 Euro. Außerdem werden dort 10er-Karten für 99,90 Euro angeboten. Im Testzentrum in Kleinblittersdorf kostet ein einzelner Test 18 Euro.

Bei den Schnelltestzentren Saarpfalz soll ein Schnelltest seit Montag zunächst 19,99 Euro kosten. Allerdings ist bereits geplant, den Preis auf 15 bis 16 Euro zu senken, um sich den Wettbewerbern anzupassen wie es heißt. Von dem Betreiber werden aktuell Standorte in Kirkel, Blieskastel, St. Ingbert, Spiesen-Elversberg, Dudweiler, Malstatt, Jägersburg, Bübingen und am Saarbrücker-Landtag bedient.

Kostenpflichtiger Coronatest - der erste Tag
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 11.10.2021, Länge: 03:05 Min.]
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Tests bei Ärzten, Apotheken und Arbeitgebern

Auch viele Ärzte und Apotheken bieten Antigen-Schnelltests an. Die Apothekerkammer konnte allerdings auf SR-Anfrage keine näheren Angaben zu den Preisen machen. Sie sollen sich aber auf ähnlichem Niveau bewegen wie die Preise der Landestestzentren.

"Es betrifft tatsächlich sehr, sehr wenige Personen, die nicht mehr kostenfrei getestet werden"
Audio [SR 3, Interview: Dorothee Scharner / Bernd Schnabel, 11.10.2021, Länge: 03:42 Min.]
"Es betrifft tatsächlich sehr, sehr wenige Personen, die nicht mehr kostenfrei getestet werden"

Die Ärztekammer teilte mit, man empfehle den Ärzten, sich an die Abrechnungsempfehlung der Bundesärztekammer zu halten. Diese sieht eine Basisgebühr von 16,76 Euro vor, dazu können allerdings weitere Kosten, etwa für das Ausstellen einer Bescheinigung oder eine Beratung, hinzukommen.

Auch Arbeitgeber können weiterhin Schnelltests mit ihren Mitarbeitern durchführen und ihnen diese schriftlich bescheinigen.

8,5 Mio. Schnelltests bislang durchgeführt

Insgesamt wurden seit Beginn der Testungen im Saarland nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 957.000 PCR-Labortests und rund 8,5 Mio. Antigenschnelltests durchgeführt.

Viele Teststandorte schließen

In den vergangenen Wochen hat sich das Netz der Testzentren bereits ausgedünnt. Weil Schnelltests generell immer weniger nachgefragt werden, lohnen sich viele Standorte nicht mehr und werden geschlossen. Bürger, die weiterhin auf die Tests angewiesen sind, werden künftig nicht nur die Kosten, sondern häufig auch weitere Anfahrten in Kauf nehmen müssen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.10.2021 berichtet.

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