Spritzen und Ampullen mit dem Covid-19 Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca.  (Foto: picture alliance/dpa | Nicolas Armer)

AstraZeneca im Saarland wieder ab Montag im Einsatz

  18.03.2021 | 21:26 Uhr

Nachdem die Europäische Arzneimittelagentur EMA die Fortsetzung der Impfungen mit AstraZeneca empfohlen hat, soll das Vakzin in Deutschland schon im Laufe des Freitags wieder zum Einsatz kommen. Im Saarland sollen die Impfungen damit wieder ab Montag aufgenommen werden.

Video [aktueller bericht, 18.03.2021, Länge: 2:23 Min.]
EU-Empfehlung für AstraZeneca

Im Saarland sollen in dieser Woche noch alle Impftermine mit dem Vakzin von Biontech stattfinden. Ab kommenden Montag wird dann auch wieder AstraZeneca eingesetzt, teilte die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) dem SR mit. "Allen Bürgerinnen und Bürgern, die diese Woche in den Impfzentren einen Impftermin mit AstraZeneca gehabt hätten, wurde bereits ein alternatives Impfangebot mit Biontech gemacht. Dieses Angebot bleibt bestehen", so Bachmann.

Die ab kommender Woche mit AstraZeneca vorgesehenen Impftermine könnten dann wieder planmäßig stattfinden. "Somit müssen keine Termine abgesagt werden", sagte Bachmann. Auch die Impfungen im Modellprojekt der Hausarztpraxen sowie in den Krankenhäusern könnten fortgesetzt werden.

Stopp der Impfungen nach EMA-Empfehlung aufgehoben

AstraZeneca wieder zulässig
Audio [SR 1, Angela Tesch, 19.03.2021, Länge: 01:39 Min.]
AstraZeneca wieder zulässig

In anderen Regionen Deutschlands könnte das Vakzin bereits am Freitag wieder verimpft werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Donnerstagabend in Berlin, der am Montag angeordnete vorläufige Stopp der Impfungen werde aufgehoben. Der Aufklärungsbogen für Patienten soll aber angepasst werden.

Die Bundesregierung reagierte damit auf eine Einschätzung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), die das Mittel weiter als sicher einstuft. Allerdings werde eine extra Warnung hinzugefügt vor möglichen seltenen Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen. Das teilte die EMA am Donnerstag in Amsterdam nach einer Sondersitzung des Sicherheitsausschusses mit.

Vorteile wesentlich größer als Risiken

Die EMA sieht aber keine erhöhten Gesundheitsgefahren und empfiehlt die Fortsetzung der Impfungen. "Der Impfstoff ist sicher und effektiv gegen Covid-19 und die Vorteile sind wesentlich größer als die Risiken", sagte EMA-Chefin Emer Cooke.

Bundesgesundheitsminister Spahn verteidigte den zwischenzeitlichen Impfstopp. "Es war richtig, die Impfungen mit Astrazeneca vorsorglich auszusetzen, bis die auffällige Häufung der Fälle dieser sehr seltenen Thombosenart analysiert worden ist", sagte der Minister. Bei einer staatlichen Impfkampagne bestehe gegenüber den Impfwilligen eine Sorgfaltspflicht. Ärzte müssten über Risiken informiert sein, damit sie auch ihre Patienten informieren können. Wichtig für das Vertrauen sei die informierte Entscheidung, das informierte Impfen.

Bislang 13 Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen gemeldet

In Deutschland gibt es inzwischen 13 gemeldete Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen mit dem Präparat, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Drei Patienten seien gestorben. Insgesamt handele es um zwölf Frauen und einen Mann im Alter von 20 bis 63 Jahren.

Der Präsident des für Arzneimittelsicherheit zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, sprach von einem "Risikosignal". Er betonte aber auch, dass nach wie vor unklar sei, ob die Fälle von Hirnvenenthrombosen ursächlich mit dem Impfstoff in Zusammenhang zu bringen sind.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten vom 18.03.2021.

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