Ethik Unterricht in der Schule (Foto: Stephan Goerlich-dpa/Reportdienst)

Elterninitiative fordert Ethik für Grundschüler

  21.12.2019 | 08:44 Uhr

Seit einigen Jahren können Schüler im Saarland zumindest an bestimmten Schulen bereits ab der fünften Klasse Ethik statt Religion als Fach belegen. Elternvertreter wollen aber noch früher ansetzen: Sie fordern Ethikunterricht bereits in der Grundschule.

Vermittlung von Werten und Sozialkompetenz – darin sieht die Landeselterninitiative für Bildung eine zentrale Aufgabe der Schule. Und die dürfe nicht zwangsläufig an ein Glaubensbekenntnis gebunden sein. „Niemand soll vor die Alternative gestellt sein, keine Werteerziehung zu erhalten oder die einer ihm fremden Religionsgemeinschaft“, sagt der Sprecher der Initiative, Bernhard Strube. Ihm schwebt ein Ethikunterricht vor, der den Schülern „weltanschaulich neutrales Orientierungswissen“ bietet.

Das sei auch verfassungsmäßig geboten, findet Strube. Dass es im Saarland im gesamten Primarschulbereich kein alternatives Angebot zum Religionsunterricht gebe, widerspreche dem verfassungsgemäßen Gleichbehandlungsgrundsatz aller Menschen.

Die Nachfrage für einen konfessionsfreien Ethikunterricht scheint potenziell jedenfalls reichlich vorhanden zu sein: Zahlen des Bildungsministeriums zufolge nahmen im vergangenen Schuljahr 3203 Grundschüler an einem Religionsunterricht teil, der nicht ihrer Konfession entsprach. 281 Schüler waren vom Unterricht befreit.

Bildungsministerium zeigt sich offen

Mit seiner Idee könnte Strube bei der Politik durchaus Anklang finden. Das Bildungsministerium befürworte grundsätzlich die Einführung des Ethikunterrichts auch an den Grundschulen, sagt Sprecherin Marija Herceg. Dies setze allerdings eine entsprechende Ausstattung mit Personal voraus.

Das weiß auch die Elterninitiative. Sie fordert daher neben der Einführung des Fachs Ethik in der Grundschule auch die Ausbildung von Fachlehrern hierfür. Man habe das bereits an den früheren Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) herangetragen. Bei einem Gespräch mit seiner Nachfolgerin Christine Streichert-Clivot (SPD) Anfang 2020 soll das Thema erneut auf den Tisch kommen.


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