Die Kita Niederwürzbach (Foto: Kathrin Paul)

Niederwürzbach: Ärger über schleppenden Kita-Ausbau

Sandra Schick   20.04.2019 | 08:30 Uhr

Seit Jahren schon platzt die Kita St. Hubertus Niederwürzbach aus allen Nähten, es gibt nicht genug Platz für alle Kinder des Ortes. Vor zwei Jahren war den Eltern eine Lösung versprochen worden. Doch die lässt weiter auf sich warten. Die Eltern sind verärgert. Die Bürgermeisterin hat nun eine Interimslösung angekündigt.

Kita Niederwürzbach: Erweiterung lässt auf sich warten
Audio [SR 1, Franz Johann, Daniel Simarro , 23.04.2019, Länge: 02:33 Min.]
Kita Niederwürzbach: Erweiterung lässt auf sich warten

Seit Jahren warten die Eltern der Kita St. Hubertus Niederwürzbach auf einen Ausbau und eine Sanierung der Kindertagesstätte. Das bestehende Gebäude bietet zu wenig Platz. Das hat inzwischen auch Auswirkungen auf die angrenzende Grundschule. Weil im Kindergarten so wenig Platz ist, werden die Vorschulkinder seit über einem Jahr in den Räumen der Grundschule betreut. Das wiederum sorgt dafür, dass in der Grundschule zu wenig Platz für die Nachmittagsbetreuung ist.

"Eigentlich sollte das nur eine Übergangslösung für sechs Monate sein", sagt Yvonne Krämer, die 1. Vorsitzende des Elternausschusses. Denn bereits 2017 sei den Eltern angekündigt worden, dass der bestehende Kita-Bau durch eine Containerlösung erweitert wird. Das sollte Platz für zwei zusätzliche Gruppen schaffen. Doch passiert ist seitdem nach Angaben der Eltern nicht viel.

Bürgermeisterin: "Quasi wieder am Anfang"

Die Bürgermeisterin von Blieskastel, Annelie Faber-Wegener (CDU), räumt im Gespräch mit dem SR ein, dass "in der Vergangenheit leider einiges nicht so gelaufen ist, wie geplant". Vor einem Jahr sei die Firma, die eigentlich die Container zur Erweiterung aufstellen sollte, plötzlich abgesprungen und habe den Auftrag zurückgegeben. Zudem hätte das Jugendamt wieder neue Anforderungen formuliert, sodass die ursprünglichen Pläne noch einmal geändert werden mussten. "Wir waren dadurch quasi wieder so weit wie am Anfang", sagt Faber-Wegener.

Der Landrat des Saarpfalz-Kreises, Theophil Gallo (SPD), weist diese Aussage allerdings zurück. Bereits im Mai 2018 hätten sich Jugendamt und Stadt über die veränderten Pläne abgestimmt. Die Stadt sei aufgefordert worden, diese Planung fortzusetzen. „Es gab und gibt also keine neuen Anforderungen seitens des Jugendamtes", so Gallo.

Interimslösung soll sechs Plätze schaffen

Immerhin gibt es jetzt einen neuen Plan. Der sieht vor, dass an die bestehende Kita ein Anbau gebaut wird. Ein Architekturbüro sei mit den Planungen beauftragt, so Faber-Wegener. Anfang Mai soll der Entwurf der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Weil bis zum Baubeginn aber wieder viel Zeit ins Land gehen wird, hat man sich auch eine Interimslösung ausgedacht. Die sieht so aus: "Das bisherige Büro der Kita-Leitung soll zum Gruppenraum umfunktioniert werden. Die Kita-Leitung zieht in den Personalraum und das Personal zieht in die angrenzende Grundschule", erläutert Faber-Wegener. Da die Räumlichkeiten beengt sind, könnten in dem zusätzlichen Raum aber nur sechs Kinder untergebracht werden. Auch an der angespannten Situation in der Grundschule wird sich vorerst also nichts ändern.

Eltern werfen Stadt Untätigkeit vor

Für die Eltern ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Yvonne Krämer bezeichnet die Interimspläne als "sehr unglückliche Lösung". "Sechs Plätze helfen jetzt zwar ein paar wenigen Eltern, aber der Bedarf ist ja viel größer und das Problem ist nicht erst seit gestern bekannt", ärgert sie sich. "Schon vor zwei Jahren wurde uns Eltern gesagt, dass aufgrund der Geburtenrate und des Zuzugs nicht mehr alle Kinder des Ortes einen Kindergartenplatz bekommen werden."

Die Stadt agiere viel zu langsam. Auch wenn es um bauliche Mängel an der Kita gehe. "Wir haben seit fast einem Jahr einen Raum, in dem ein Fenster kaputt ist. Der Raum kann dadurch nicht genutzt werden." Obwohl der Stadt das Problem bekannt sei, habe man nichts unternommen. Das gelte auch für eine Reihe anderer Mängel. "Es wird ständig versprochen, man kümmert sich zeitnah, aber nichts passiert", so Krämer.