Hundenase in Großaufnahme (Foto: dpa | Sven Hoppe)

Elektronische Nase soll Corona am Geruch erkennen

  14.11.2021 | 08:37 Uhr

An der Universität des Saarlandes arbeiten Forscher an einer Methode, die Corona allein am Geruch erkennen soll. Das Verfahren könnte künftig zum Beispiel als Eingangstest an viel besuchten Orten eingesetzt werden. Für diese Forschung gibt es nun 220.000 Euro Fördergeld von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung.

Bei einer Infektion mit dem Coronavirus entsteht im Körper eine Entzündungsreaktion. Sie führt dazu, dass Geruchsstoffe gebildet werden. Ein infizierter Mensch riecht also anders als ein Nicht-Infizierter.

Video [aktueller bericht, 15.11.2021, Länge 2:52 Min.]
Hundenasen im Einsatz gegen Corona

Wir Menschen können diese Gerüche in der Regel nicht wahrnehmen. Hunde mit ihrer feinen Nase aber schon – und möglicherweise auch ein Gerät, das derzeit an der Universität des Saarlandes entwickelt wird.

Geruchsabdrücke werden analysiert

Eine Arbeitsgruppe an der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie möchte einem Gerät beibringen, den Geruch von Corona-Infizierten zu erkennen. Dr. Sybelle Goedicke-Fritz vergleicht hierfür die individuellen Geruchsabdrücke von Corona-Patienten. Diese sogenannten "Smellprints" aus Ausatemluft, Speichel, Auswurf und Schweiß sollen die elektronische "Nase" trainieren.

Eine elektronische Nase zum "erschnüffeln" von Krankheiten
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 29.11.2021, Länge: 05:17 Min.]
Eine elektronische Nase zum "erschnüffeln" von Krankheiten

Innerhalb einer Minute soll das Gerät, das einem Walkie-Talkie ähnlich sieht, dann Corona-Infektionen identifizieren. Die Getesteten müssen dafür nicht berührt werden.

"Unser Ziel ist es, auf diese Weise eine neue Screeningmethode zu entwickeln, die zum Beispiel als schnelle Eingangstests für Orte mit hohen Besucherzahlen oder öffentlichen Einrichtungen zum Einsatz kommen kann", sagt die Forscherin.

220.000 Euro Fördergeld

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert diese Forschung als eine von vier Ideen im Rahmen eines Förderwettbewerbs für präventive Forschung zu Tröpfchen- und Aerosolinfektionen mit 220.000 Euro über eine Laufzeit von zwei Jahren. Die Stiftung investiert bereits in ein weiteres Projekt von Sybelle Goedicke-Fritz, bei dem sie den Geruch von Krankenhauskeimen erforscht.

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