Kinder sind krank und niesen in ein Taschentuch (Foto: picture alliance/Zoonar)

Einheitliche Lösung für erkältete Kita-Kinder gefordert

Julia Berdin / Onlinefassung: Sandra Schick   25.07.2020 | 08:50 Uhr

Die Kitas im Saarland gehen aktuell sehr unterschiedlich mit Erkältungssympotmen bei den Kindern um. Einige Einrichtungen verlangen einen Corona-Test, andere ein ärztliches Attest, wieder andere nehmen die Kinder erst wieder auf, wenn sie symptomfrei sind. Kinderärzte und Elternverbände drängen auf eine einheitliche Lösung.

Die saarländischen Kinderärzte sehen eine Welle von Corona-Tests auf sich zurollen, sollten Kitas im Herbst bei jeder Erkältung Atteste verlangen. Benedikt Brixius, Sprecher des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte im Saarland, sagte dem SR: "In der Winterzeit haben kleine Kinder acht bis zehn Infekte hintereinander. Das heißt, sie haben alle zwei bis drei Wochen einen neuen Infekt. Wer soll die Kinder betreuen, wenn die Eltern beide arbeiten?"

Video [aktueller bericht, 24.07.2020, Länge: 3:01 Min.]
Noch keine einheitliche Regelung in den Kitas

Der Landeselternausschuss befürchtet, dass die Eltern in der Erkältungszeit die Leidtragenden sein werden. Die Sprecherin des Ausschusses, Julie Trésoret, sieht darin ein gesamtgesellschaftliches Problem: "Wenn die Eltern wegen jedem Schupfen zuhause bleiben müssen, wird das dazu führen, dass viele Eltern, die auch in den Berufen arbeiten, die wir täglich brauchen, nicht zur Verfügung stehen. Das hat auch für die Erwerbsbiografien und soziale Situation der Familien fatale Auswirkungen."

Ministerium arbeitet an Empfehlung

Video [aktueller bericht, 24.07.2020, Länge: 2:53 Min.]
SR-Reporterin Julia Berdin zur Situation der Kitas

Das Gesundheitsministerium erarbeitet derzeit nach eigenen Angaben an einer Empfehlung für die Kita-Träger, wie mit kranken Kindern umgegangen werden soll. Bis wann sie vorliegen soll, ist nicht bekannt. Die Sprecherin für frühkindliche Erziehung der SPD-Landtagsfraktion, Martina Holzner, fordert, dass das Konzept zum Einstieg in den Regelbetrieb am 1. August vorliegen soll. Es sei der falsche Weg, die Verantwortung auf die Träger und das Kita-Personal abzuwälzen.

Auch der Verband der Kinder- und Jugendärzte drängt auf eine einheitliche Lösung, etwa nach dem Vorbild Berlins. Benedikt Brixius: "Dort dürfen die Kinder mit einem einfachen Schnupfen oder Husten, ohne Fieber, ohne Durchfall, ohne schwerwiegendere Symptome, in die Gemeinschaftseinrichtung gehen."

Über dieses Thema berichtete auch der aktuelle bericht am 24.07.2020.

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