Justizia (Foto: Pixabay/WilliamCho)

Einbrecher sollen Beerdigungen ausgenutzt haben

  22.10.2020 | 16:27 Uhr

Zwei Männer aus dem Nordsaarland sollen zahlreiche Wohnungseinbruchsdiebstähle begangenen haben, während die Betroffenen auf Beerdigungen waren. Für ihre Taten im Hochwald und im Saarland sollen sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft Trier zwischen April 2019 und März 2020 systematisch Informationen aus Todesanzeigen genutzt haben.

Die Anklage gegen die beiden 23 und 27 Jahre alten Männer lautet: 29 Wohnungseinbruchsdiebstähle beziehungsweise deren Versuch und vier weitere Einbruchsdiebstähle aus leerstehenden Häusern schwerpunktmäßig im rheinland-pfälzischen Hochwald und im Saarland. Neben diversen Wertgegenständen seien unter anderem auch Waffen entwendet worden, teilt die Staatsanwaltschaft Trier mit. Die Angeschuldigten sollen in mehreren Fällen die Abwesenheit der Hausbewohner während der Beerdigung naher Verwandter gezielt zur Tatbegehung ausgenutzt haben. Die hierzu erforderlichen Informationen sollen sie sich unter anderem aus Todesanzeigen verschafft haben. In weiteren Fällen drangen sie in die vermeintlich leerstehenden Wohnhäuser kürzlich Verstorbener ein.

Verhandlungstermin steht noch aus

Im Rahmen der Ermittlungen konnten bei einem der beiden Angeschuldigten zudem mehr als zehn Kilogramm Sprengstoff sichergestellt werden. Gegen ihn ist daher auch Anklage wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz erhoben worden. Teile des Diebesgutes konnten bei Hausdurchsuchungen sowie in eigens angelegten Depots in Wohnortnähe der Tatverdächtigen aufgefunden und an die Geschädigten zurückgegeben werden.

Die beiden Angeschuldigten befinden sich seit ihrer Festnahme am 17. Juni in Untersuchungshaft. Das Landgericht Trier muss nun über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Ein Termin zur Hauptverhandlung stehe noch nicht fest.  

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