Ein Nest von Eichen-Prozessionsspinnern (Foto: dpa/Bodo Marks)

Hohe Kosten für Entsorgung von Raupennestern

mit Informationen von Florian Possinger   14.07.2020 | 20:39 Uhr

Der Eichenprozessionsspinner ist in den letzten Jahren flächendeckend in Eichenbeständen in saarländischen Wäldern zu finden. Für die Bäume ist die Begegnung mit der Raupe zunächst kein Problem, für Menschen kann sie jedoch zu einer unangenehmen Erfahrung werden. Wer ein Nest findet, sollte es dem Forstrevier oder der Ortspolizeibehörde melden.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners können für den Menschen gefährlich werden. Die Härchen der Raupe enthalten ein Gift, das allergische Reaktionen auslösen kann. Dabei geht auch von alten Nestern noch Gefahr aus, denn die giftigen Härchen sind auch nach dem Sommer noch da.

Wer ein Nest findet, sollte es auf jeden Fall melden, so das Umweltministerium. Entweder dem jeweiligen Forstrevier oder der Ortspolizeibehörde. Auch der Saarforst ruft dazu auf, Nester zu melden – insbesondere dort, wo eine größere Gefahr bestehe wie zum Beispiel an Waldspielplätzen, Erholungswegen und Grillhütten.

Kosten von bis zu 100.000 Euro

Die Nester können nur von einem Fachmann entfernt werden. Dieser muss die Nester mithilfe einer Spezialausrüstung absaugen. Dabei können hohe Kosten entstehen, die die Kommunen teilweise nicht vollständig tragen können. So sind in Lebach laut Bürgermeister Klauspeter Brill (parteilos) rund 500 Bäume vom Eichenprozessionsspinner befallen. Um alle Nester zu beseitigen, würden Kosten in Höhe von bis zu 100.000 Euro entstehen.

Video [aktueller bericht, 14.07.2020, Länge: 3:11 Min.]
Eichenprozessionsspinner breitet sich in Lebach aus

Die Stadt will deshalb vorerst nur Nester entfernen, die an Kindergärten, Schulen oder öffentlichen Plätzen hängen. Betroffen ist unter anderem auch ein Wohngebiet in Lebach. Nach Beschwerden von Anwohnern, prüft die Stadt dort nun, ob zumindest Nester in der unmittelbaren Nähe entfernt werden können. Der Saarforst verweist darauf, dass auch im Wald nicht alle Nester entfernt werden können. Spaziergänger sollten Abstand halten.

Kahlfraß schadet Bäumen

Der Eichenprozessionsspinner ist nicht neu in saarländischen Wäldern. Er ist hingegen seit jeher im Wald vertreten, sagt René Fontaine vom Saarforst im SR-Interview. Allerdings sei er durch die warmen Sommer der vergangenen Jahre nun häufiger anzutreffen als in den Vorjahren. Für die betroffenen Bäume ist die Raupe zunächst kein Problem. Bei sehr starkem Befall komme es jedoch zu einem Kahlfraß, der den Bäumen langfristig schade.

Video [aktueller bericht, 14.07.2020, Länge: 3:00 Min.]
René Fonatine vom Saarforst zu der Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners

Über dieses Thema hat auch der "aktuelle bericht" am 14.07.2020 berichtet.

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