Kreuz (Foto: dpa/Inga Kjer)

Ehrenamtliche sollen Beerdigungen übernehmen

  28.07.2019 | 09:35 Uhr

Im Bistum Trier sollen künftig ehrenamtliche Laien Beerdigungen übernehmen können. In einem Pilotprojekt im Dekanat Neunkirchen soll ein Team aus Pfarrern, hauptamtlichen Laien und Interessierten eine passende Ausbildung erarbeiten.

Erste Grundlagen seien den Ehrenamtlichen bereits in einem Werkstattkurs vermittelt worden, teilte Priester Markus Krastl von der Gemeinde Wiebelskirchen mit. Eine Hospitation bei Pfarrern und Gemeindereferenten soll nun dazu dienen, praktische Erfahrungen zu sammeln.

Die ersten Beerdigungsdienste könnten die acht Männer und Frauen dann voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres übernehmen. „Wir wünschen uns, dass es davor bei uns vor Ort eine offizielle Beauftragungsfeier mit Bischof Stephan Ackermann gibt“, sagte Krastl. Das wäre „ein deutliches Zeichen“ an die Gemeinden. „Ich kann für alle, die im Kurs waren, sagen: Wir sind uns ganz sicher, dass sie eine würdevolle Beerdigung machen können.“

Reaktion auf Priestermangel

Natürlich gebe es auch Bedenken von Katholiken, die unbedingt eine Beerdigung von einem Pfarrer wollten. „Die Toten zu begraben, ist aber jedem Christen aufgetragen“, sagte Krastl. Angesichts des Mangels an Priestern werde es künftig auch gar nicht mehr anders gehen.

In anderen katholischen Bistümern gibt es diese Regelung bereits, beispielsweise in Essen, Hildesheim, Würzburg sowie im Erzbistum Köln. Und auch in Luxemburg existiere dieser Beerdigungsdienst schon lange, so Krastl. Er gehe davon aus, dass das Neunkircher Modell in Zukunft von anderen Pfarreien im Bistum übernommen wird.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 28.07.2019 berichtet.

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