Einsatzkräfte der Polizei dursuchen die Volksbank Lebach (Foto: SR/Thomas Gerber)

Razzia bei Lebacher Volksbank

Thomas Gerber   03.12.2018 | 14:02 Uhr

Am Montagmorgen sind Geschäfts- und Büroräume der Lebacher Volksbank durchsucht worden. Hintergrund der Razzia ist ein Korruptionsverfahren gegen einen 66-Jährigen, der vor vier Wochen auf Mallorca festgenommen wurde, sich inzwischen aber wieder auf freiem Fuß befindet.

An die 50 Beamte der Kriminal- und Bereitschaftspolizei waren in Lebach im Einsatz. Grund der Razzia ist ein Verfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche, das sich gegen insgesamt vier leitende Mitarbeiter der sogenannten LeVo-Bank richtet. Unter den Beschuldigten befinden sich auch ehemalige und ein aktuelles Vorstandsmitglied der Bank.

Die Verdächtigen sollen im Zusammenhang mit Bargeldtransfers des 66-jährigen „Baron von S.“ keine sogenannten Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattet haben. Nach SR-Informationen reichen die Vorwürfe bis ins Jahr 2013 zurück. In einem Fall soll es um rund 430.000 Euro gehen, die der Baron in einem Schließfach deponiert und dann auf verschiedene Konten eingezahlt haben soll.

Geld aus kriminellen Geschäften?

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich bei dem Geld um Gewinne aus kriminellen Geschäften handelt. Baron von S. steht im Verdacht der Korruption. Er soll Mitarbeiter der Dillinger Hütte geschmiert haben, im Gegenzug soll seine Firma Bauaufträge von der Hütte bekommen haben, die sich teilweise im zweistelligen Millionenbereich bewegt haben sollen.

Der Vorstand der LeVo-Bank hat den Verdacht der Geldwäsche zurückgewiesen. In einer offiziellen Erklärung betont er, dass keine aktuellen Mitarbeiter der Bank in den Fall verwickelt seien. Die Geschäftsräume seien im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens gegen einen Kunden durchsucht worden. Die Bank werde mit den Behörden zusammenarbeiten, um die Vorwürfe gegen den Kunden schnell aufzuklären.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 03.12.2018 berichtet.

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