Justizia (Foto: Pixabay/WilliamCho)

Missbrauchs-Prozess in Saarbrücken fortgesetzt

mit Informationen von Markus Person   25.09.2020 | 13:11 Uhr

Vor dem Saarbrücker Landgericht ist am Freitag der Prozess gegen einen Psychotherapeuten wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs fortgesetzt worden. Am dritten Prozesstag war auch der Beschuldigte selbst anwesend.

Prozess gegen Psychotherapeut wegen sexuellen Kindesmissbrauchs
Audio [SR 3, Markus Person, 25.09.2020, Länge: 00:54 Min.]
Prozess gegen Psychotherapeut wegen sexuellen Kindesmissbrauchs

Im Rollstuhl und mit dem Pullover über dem Kopf wurde der 74-jährige Psychotherapeut in den Gerichtssaal gebracht – anschließend wurde die Anklage verlesen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Psychotherapeuten vor, sich im Rahmen einer Langzeit-Psychotherapie in mindestens zehn Fällen an einem zu Beginn siebenjährigen Jungen vergangen zu haben. Demnach habe der Beschuldigte zunächst ein Vertrauensverhältnis zu dem Opfer aufgebaut – danach soll es zwischen Mitte 2005 und Ende 2006 in mindestens zehn Fällen zu sexuellen Übergriffen gekommen sein.

Erst abwesend, dann verhandlungsunfähig

Der Angeklagte selbst äußerte sich vor Gericht bisher nicht zu den Vorwürfen. Der Prozess gegen den Psychotherapeuten war am vergangenen Freitag unterbrochen worden, weil der Verteidiger des Angeklagten seinen Mandaten für nicht verhandlungsfähig hielt. Am ersten Prozesstag war der 74-Jährige zudem nicht erschienen.

Bereits 2012 war der Psychotherapeut wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil aufgehoben und den Fall zurück ans Landgericht verwiesen.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 25.09.2020 berichtet.

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