„Karat“-Sänger Claudius Dreilich (Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa-Bildfunk)

Claudius Dreilich verschlief Mauerfall in Saarbrücken

Mit Informationen von dpa   03.11.2019 | 10:38 Uhr

Die Nacht, in der vor 30 Jahren die Berliner Mauer fiel, hat „Karat“-Sänger Claudius Dreilich in Saarbrücken verschlafen. Der damals 19-Jährige, der im Februar 1987 mit seiner Familie die DDR verlassen hatte, machte zu dieser Zeit im Saarland eine Ausbildung zum Hotelfachkaufmann.

Dem Berliner Privatsender „radio B2“ erzählte Dreilich, dass er damals nach einer Hotelschicht in Saarbrücken mit einem Kumpel „ordentlich einen getrunken“ habe. „Als das alles passierte, habe ich im Bett gelegen und geschlafen und habe nichts gemerkt“, berichtete der Sohn von „Karat“-Gründer Herbert Dreilich.

Cousin kam mit dem Trabi

Vom Mauerfall habe er erst am nächsten Morgen erfahren. „Ich habe es erst geschnallt, als es morgens um zehn bei mir an der Tür klingelte und mein Cousin aus Halle im Bademantel mit Hausschuhen vor meiner Tür stand. Der ist in den Trabi gesprungen und nach Saarbrücken gekommen. Und hat gesagt: ‚Stell‘ Dir vor, die Roten haben verloren.‘ Und da habe ich erst geschnallt: Unfassbar, es ist passiert.“

Die Band „Karat“ gründete sich 1975. Zusammen mit den „Puhdys“, „City“ und „Silly“ zählt „Karat“ zu den erfolgreichsen Rockgruppen der DDR. Ihren größten Hit hatte sie drei Jahre später mit „Über sieben Brücken musst Du gehen“, womit sie auch im Westen erfolgreich war. Ab 1990 spielte „Karat“ den Song auch gemeinsam mit Peter Maffay, der ihn 1980 gecovert hatte. Nach dem Krebstod seines Vaters Herbert 2004 wurde Claudius Dreilich schließlich der Sänger von „Karat“.

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