Eingang zum Landgericht Saarbrücken (Foto: Oliver Dietze/dpa)

Lebenslange Freiheitsstrafe für Doppelmord gefordert

Thomas Gerber   08.01.2019 | 12:29 Uhr

Im Prozess um den Doppelmord von Brebach-Fechingen hat die Staatsanwaltschaft am Vormittag vor dem Landgericht eine lebenslange Freiheitsstrafe beantragt. Der 60 Jahre alte Angeklagte hatte im Mai vergangenen Jahres auf einer Familienfeier mit einer Pistole zahlreiche Schüsse abgegeben – sein Sohn und sein Schwiegersohn wurden tödlich getroffen, seine Ex-Frau und seine Tochter schwer verletzt.

Video [aktueller bericht, 08.01.2019, Länge: 2:56 Min.]
Plädoyers im Doppelmord von Brebach-Fechingen

Der 60-Jährige habe keineswegs aus dem Affekt heraus gehandelt, sondern sei an jenem Samstagnachmittag gezielt durch die Terrassentür in das Haus, in dem seine Ex-Frau ihren 60. Geburtstag feierte, eingedrungen, um zu töten. Für die Staatsanwaltschaft ein kaltblütiges und geplantes Verbrechen, wobei  der Beschuldigte heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet habe. Die Familie habe sterben sollen, weil sie nicht mehr so funktioniert habe, wie es der Angeklagte gewollt habe. Hätten sich doch seine Kinder und seine Frau von ihm - dem Patriarchen - abgenabelt.

Der Staatsanwalt sprach in seinem Plädoyer von einem „hoch verwerflichen“ Motiv und beantragte die besondere Schwere der Schuld. So habe es der Angeklagte nach der Tat zunächst bedauert, dass die Schüsse seine Tochter, der sein ganzer Hass gegolten habe, nur streiften.

Urteil für nächste Woche erwartet

Der Verteidiger des 60-Jährigen verwies auf die psychische Ausnahmesituation seines Mandanten, der sich von der Familien verstoßen und aufgrund einer Nierenerkrankung dem Tode geweiht gefühlt habe. Er beantragte eine Verurteilung wegen Totschlags und eine Freiheitsstrafe von maximal zehn Jahren. Das Landgericht will sein Urteil heute in einer Woche verkünden.

Über dieses Thema haben auch die Hörfunknachrichten vom 08.01.2019 berichtet.

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