Stempel mit der Aufschrift Rente und Steuer (Foto: Imago/Christian Ohde)

Steuerberater droht Finanzamt mit Strafanzeige

Karin Mayer   25.11.2020 | 20:52 Uhr

Im Streit um die saarländische Musterklage gegen Doppelbesteuerung der Renten macht der Mannheimer Steuerberater Heinrich Braun Druck. Der Klägervertreter droht mit einer Strafanzeige gegen das Finanzamt Saarbrücken.

Der betroffene Rentner hatte seine kompletten Unterlagen zur Rentenversicherung eingereicht, um die Doppelbesteuerung nachzuweisen. Eine Akteneinsicht beim Finanzgericht habe ergeben, dass das Finanzamt die Steuerbescheide nicht an das Finanzgericht Saarbrücken weitergegeben habe. Sie seien aber die Basis für ein Gerichtsverfahren.

Der Mannheimer Steuerberater Heinrich Braun will durch die Musterklage eines saarländischen Rentners nachweisen, dass die aktuelle Rentenbesteuerung nicht zulässig ist. Der Saarbrücker Finanzmathematiker Klaus Schindler hatte nachgewiesen, dass es dadurch seit 2005 zu Doppelbesteuerung kommt.

Hintergrund

Nach seinen Berechnungen hat ein Saarbrücker Kläger 40 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt. 43 Prozent der Beiträge wurden aus versteuertem Einkommen bezahlt. Aber nur 24 Prozent seiner Rente sind steuerfrei. Der Kläger verliert dadurch jedes Jahr 2000 bis 3000 Euro.

Vertreten wird er bei seiner Klage vom Mannheimer Steuerberater Heinrich Braun. Er will erreichen, dass der versteuerte Anteil der Rente heruntergesetzt wird. Statt bei rund 70 Prozent müsste er bei 50 Prozent liegen, so Braun gegenüber dem SR.

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