Wertstoffe in einer Tonne (Foto: dpa/Valentin Frimmer)

BUND fordert Wertstofftonne

  30.06.2020 | 20:07 Uhr

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisiert, dass der Gelbe Sack im kommenden Jahr von der Gelben Tonne abgelöst wird. Sinnvoller wäre nach Ansicht des BUND demnach eine Wertstofftonne. Diese ist allerdings laut den saarländischen Entsorgungsbetrieben EVS und ZKE mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Verpackungsmüll mit dem Grünen Punkt oder anderen Recycle-Symbolen kommt in den Gelben Sack oder bald in die Gelbe Tonne. Andere Plastikgegenstände aus dem Haushalt wie kaputte Tupperware oder eine Gießkanne müssen hingegen bislang in der Restmülltonne entsorgt werden. Das sei ökologischer Unsinn, sagt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Er fordert deshalb seit Jahren eine Wertstofftonne für beides. "In die Wertstofftonne sollte neben den Verpackungsabfällen aus Kunststoff und Metall auch Haushaltskunststoff und Haushaltsmetall reingehen", sagt Werner Schmitt vom BUND.

Video [aktueller bericht, 30.06.2020, Länge: 3:06 Min.]
Diskussion um Gelbe Tonne

Durch die Wertstofftonne würden jedoch zusätzliche Kosten entstehen, durch die Sortierung von den stoffgleichen Nichtverpackungen im Gegensatz zu den Materialien der Gelben Tonne, so Klaus Faßbender vom Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb (ZKE).

Finanzierung bislang unklar

Diese Ansicht vertritt auch der Entsorgungsverband Saar. Auf Bundesebene wird über ein Wertstoffgesetz verhandelt, das regeln soll, wie die Kosten fürs Recycling aller Plastikarten gerecht aufgeteilt werden können. Solange das aber nicht geklärt ist, wagt der EVS nicht den Schritt zur echten Wertstofftonne. "Wir sperren uns nicht gegen eine Wertstofftonne, aber die Kosten müssen geregelt sein und gerecht verteilt sein, damit die Gebührenzahler nicht über Gebühr belastet werden", erläutert EVS-Geschäftsführer Georg Jungmann.

Der BUND leugnet die finanzielle Problematik nicht, wirft den Entsorgern aber vor, die Kosten einer Wertstofftonne nicht richtig durchgerechnet zu haben. Am Ende ginge es für einen Umweltverband um mehr als nur Geld. Man müsse die Ökologie nutzen und nachhaltig arbeiten.

Über dieses Thema hat auch der "aktuelle bericht" am 30.06.2020 berichtet.

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