Samuel Yeboah (Foto: SR)

Linke fordert Aufklärung im Fall Yeboah

Thomas Gerber   29.01.2021 | 08:14 Uhr

Nach der Durchsuchung bei einem Tatverdächtigen für den Mord an Samuel Yeboah vor fast 30 Jahren hat die Diskussion über Versäumnisse der saarländischen Polizei politisch Fahrt aufgenommen. Die Bundestagsabgeordnete der Linken Martina Renner hat nicht nur eine lückenlose Aufklärung des tödlichen Brandanschlags gefordert. Auch Fehlern der Ermittler von damals müsse schonungslos nachgegangen werden.

Die Bundestagsabgeordnete Martina Renner ist sich sicher: Der 49-Jährige, dessen Wohnung und Arbeitsplatz am Donnerstag im Auftrag der Generalbundesanwaltschaft in Saarlouis durchsucht worden waren, ist ein alter Bekannter aus der Neonaziszene. Anfang der Neunziger tauchte er als Ordner bei Neonaziaufmärschen auf, war in der Kameradschaftsszene aktiv.

Wobei der Verdacht gegen ihn, dass er am 19. September 1991 tatsächlich das todbringende Feuer im Treppenhaus der Asylbewerberunterkunft in Fraulautern gelegt hat, offenbar eher vage scheint. Für einen Haftbefehl gegen ihn reichte es jedenfalls nicht aus.

Haben Ermittler Informationen unterdrückt?

Der Mann soll bereits damals vernommen, die Spur aber dann ad acta gelegt worden sein. Die Linken-Innenpolitikerin Renner verlangt nun, dass auch mögliche Fehler und Fehlverhalten der Ermittler von damals aufgearbeitet werden und stellt die Frage: Haben Ermittler, warum auch immer, Informationen unterdrückt und Spuren vorsätzlich nicht abgearbeitet?

Wobei es ihr nicht nur um den Mord an Samuel Yeboah geht, sondern um eine ganze Serie von Anschlägen und Übergriffen Anfang der Neunziger im Saarland – bis hin zur Detonation einer Rohrbombe bei der Wehrmachtsausstellung Ende der 1990er-Jahre.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 29.01.2021 berichtet.

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