Der Gasometer in Neunkirchen kurz vor dem geplanten Abriss 2019 (Foto: Alexander M. Groß/SR)

Diskussion um geplanten Gasometer-Abriss

Alexander M. Groß / Onlinefassung: Kasia Hummel   02.07.2019 | 19:33 Uhr

Der Gasometer von Saarstahl in Neunkirchen: Seit fast fünf Jahrzehnten erhitzt er das Walzwerk und seit letzter Woche auch die Gemüter in der ehemaligen Hüttenstadt. Er muss für Globus weichen, das gefällt nicht jedem.

Für Gerd Meiser, den langjährigen Leiter der Lokalredaktion der Saarbrücker Zeitung, kam die Entscheidung überraschend. Als ausgewiesener Kenner der Hüttenstadt kann er sich eine Stadtsilhouette ohne Gasometer kaum vorstellen. „Es ist alles mysteriös, wie immer, wenn der Globus auftritt, dann gibt es Staub“, so Meiser.

Abriss Gasometer: "Stadt hat keine Möglichkeit zu Verhindern"
Audio [SR 3, (c) Karin Mayer, 08.07.2019, Länge: 03:54 Min.]
Abriss Gasometer: "Stadt hat keine Möglichkeit zu Verhindern"
SR-Moderatorin Karin Mayer hat über den geplanten Abriss mit dem Neunkircher Oberbürgermeister Jürgen Fried (SPD) gesprochen.

Mysteriös finden den Abriss auch Teile des Stadtrats. Der CDU-Ratschef Karl Albert war genauso überrascht wie die Grünen. Die haben vom bevorstehenden Rückbau aus der Presse erfahren. Tina Schöpfer fordert deshalb für die Zukunft etwas mehr Transparenz im Stadtrat. Weil es ein Thema sei, das die Neunkircherinnen und Neunkircher betreffe, müsse auch ausführlich berichtet werden.

Abriss wohl nicht mehr abwendbar

Im Neunkircher Rathaus bedauert man das Verschwinden der auffallenden Landmarke zwar. Die Überraschung im Stadtrat kann der designierte Oberbürgermeister Jörg Aumann aber nicht verstehen. Dass der Gasometer für die Globus-Ansiedlung weg muss, sei aus den Plänen klar ersichtlich gewesen.

Video [aktueller bericht, 02.07.2019, Länge: 3:51 Min.]
Diskussion um Gasometer-Abriss in Neunkirchen

Der Abriss scheint derzeit nicht mehr abwendbar – eine Globus-Tochterfirma hat sich bereits mit Saarstahl geeinigt und mit einer Vormerkung im Grundbuch den Zugriff gesichert. Alle Ideen für einen Erhalt oder eine anderweitige Nutzung kommen zu spät.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 02.07.2019 und in der "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 08.07.19 berichtet.

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