Drohnenflug über Dillinger Hütte (Foto: SR)

Dillinger Hütte: Kein PCB in Rußproben

  03.09.2018 | 18:08 Uhr

Beim Störfall eines Hochofens der Dillinger Hütte vor gut einem Monat ist offenbar kein PCB freigesetzt worden. Wie das Umweltministerium mitteilte, fanden sich bei Analysen des Rußes keine Spuren des krebserregenden Schadstoffs. Das Ergebnis entspreche den Erwartungen, so das Ministerium.

Für die Analyse hatten Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) in Saarlouis Rußproben gesammelt und im Labor untersucht. „Wir können, wie erwartet, Entwarnung geben. In den analysierten Proben wurde kein PCB gefunden", so Umweltminister Reinhold Jost (SPD). Dies decke sich mit der Einschätzung, dass mit Blick auf die chemischen Bedingungen weder im Hochofen- noch im Kokereibetrieb solche Stoffe in nennenswertem Umfang entstehen könnten.

Obst und Gemüse vor Verzehr waschen

Ebenfalls Entwarnung gibt das Umweltministerium für die Analyse auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): „Auch für die PAK besteht kein Warn- oder Handlungsbedarf. In keiner Probe wurde das krebserregende Benzo(a)pyren als Leitsubstanz der PAK-Stoffgruppe nachgewiesen“, so Jost. Als Verursacher für die Freisetzung des Staubniederschlags identifizierte das LUA mit sehr großer Wahrscheinlichkeit den Hochofen 4.

 Aufgrund der Ergebnisse gebe es auch keine Anzeichen für eine Umwelt- oder Gesundheitsgefährdung durch den Störfall. Aus hygienischen Gründen empfiehlt das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz jedoch, in betroffenen Gebieten angebautes Obst und Gemüse vor dem Verzehr zu waschen.

Nach einer technischen Störung am Roheisenwerk der Dillinger Hütte kam es im August zu einer Verunreinigung der Luft. Anwohner hatten dem SR von Verunreinigungen und fettigen Rußpartikeln berichtet - unter anderem in Saarlouis-Roden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 03.09.2018 berichtet.

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