Ein leeres Schwimmbecken wird mit Wasser befüllt (Foto: SR/Felix Schneider)

Die meisten Freibäder im Saarland wollen öffnen

Hannah Reichhart   15.05.2021 | 09:30 Uhr

Wenn es die Corona-Lage erlaubt, wollen die meisten saarländischen Freibäder in dieser Saison öffnen. Das könnte innerhalb des Saarland-Modells bald möglich sein, teilte die Staatskanzlei auf SR-Anfrage mit. Viele Bäder stehen schon in den Startlöchern.

„Wir sind startklar! Und dann kommt für uns auch wieder eine gewisse Normalität zurück, also wir freuen uns auf die Saison“, sagt Michael Groß, leitender Schwimmmeister im Freibad in Illingen-Uchtelfangen, während hinter ihm das Wasser plätschert. Auch wenn bei frischen 12 Grad und dicken Wolken noch keine richtige Freibadlaune aufkommt, hieß es im Bad „Sonnenborn“ an diesem Maimorgen „Wasser marsch!“.

"Wasser marsch" im Freibad Illingen
Video [SR.de, (c) SR, 14.05.2021, Länge: 01:23 Min.]
"Wasser marsch" im Freibad Illingen

In langsamen Wellenbewegungen drückt sich das Wasser durch den Schlauch. Im Schwimmerbecken sind bisher aber nur kleine Pfützen zu sehen. „Durch den Schlauch können wir ca. acht bis zehn Kubikmeter Wasser die Stunde durchlaufen lassen.“ In ungefähr zehn Tagen sei das Becken dann voll. Mehr könnten sie nicht pumpen, sagt Groß, sonst hätten die Anwohner kein Wasser mehr.

Das Planschbecken muss vor der Füllung erst noch gereinigt werden. Ein Mitarbeiter steht mit quietschgelben Gummistiefeln auf dem Edelstahl und zieht Kreise mit dem Wischmopp. Bis das glänzende Silber überhaupt wieder zu sehen war, war es eine Heidenarbeit, erzählt er. Wenn die beiden Schwimmbecken über Herbst und Winter stillstehen, seien sie danach mit einer dicken grünbraunen Schicht überzogen.

Viele Bäder startklar

In vielen saarländischen Freibädern sind die Becken schon gefüllt. Das Sonnenbad Saarlouis-Steinrausch, Das Bad und das Naturbad Heilborn in Merzig, das Solarfreibad Limbach und die Freibäder in Riegelsberg, Ottweiler,Völklingen, Quierschied, Mettlach, Landsweiler-Reden, Kirkel-Neuhäusel und Friedrichsthal sind betriebsbereit und könnten zeitnah öffnen.

Nur das Freibad in Neunkirchen-Heinitz wird in dieser Saison nicht öffnen, weil das Bad nach Angaben der Stadt Neunkirchen zu klein ist, um die Corona-Regeln einzuhalten. In einigen Freibädern stehen noch Renovierungs- und Wartungsarbeiten an, aber spätestens Mitte Juni könnten die meisten wieder Badegäste empfangen - vorausgesetzt, die Corona-Rechtsverordnung der Landesregierung erlaubt es.

Öffnungsschritte geplant

Im Rahmen des Saarlandmodells sollen auch Öffnungsschritte für Freibäder kommen, teilte Regierungssprecher Alexander Zeyer auf SR-Anfrage mit. „Dazu müssen die Sieben-Tage-Inzidenzen in den jeweiligen Landkreisen zunächst auf einem stabilen Niveau unter 100 liegen.“

In den Landkreisen Merzig-Wadern und St. Wendel ist das bereits der Fall. Auch im Kreis Neunkirchen könnte ab Sonntag wieder das Saarland-Modell greifen. Die Landesregierung werde sich zeitnah mit konkreten Bedingungen für weitere Öffnungsschritte befassen, so Zeyer.

Ab Montag dürfen Schwimmbäder bereits für Anfängerschwimmkurse öffnen. Das hatte der Ministerrat am Dienstag entschieden. Mit Blick auf die Schwimmfähigkeit der Bevölkerung will das Schaumbergbad in Tholey nach Wiedereröffnung zunächst zwei Wochen lang nur Schwimmkurse zulassen. Um den Rückstand aufzuholen, könnten so mehrere Kurseinheiten am Tag angeboten werden.

"Freibäder sind sicher"

Das ist auch ein Grund, aus dem sich Armin König (CDU), Bürgermeister von Illingen, dafür einsetzt, dass die Freibäder im Saarland geöffnet werden. „Wir stellen zunehmend fest, dass sowohl Erwachsene als auch Kinder gefährdet sind, weil sie nicht schwimmen können.“

König hat eine Petition gestartet, die nach eigenen Angaben rund 100 Mal innerhalb des ersten Tages unterschrieben wurde. Angesichts sinkender Inzidenzen sei es an der Zeit, Schwimmen im Freien wieder zu ermöglichen. Es gebe viel Platz, um Abstand zu halten, viel frische Luft und die Hygienemaßnahmen hätten sich letztes Jahr bewährt. „Freibäder sind ein sehr sicherer Ort.“

Letzte Vorbereitungen

Der leere Desinfektionsspender, die ausgeblichenen „Bitte 1,5 Meter Abstand halten“-Schilder - sie wirken im Illinger Bad „Sonnenborn“ wie Überbleibsel aus einer vergangenen Zeit. Für die zweite Corona-Saison müssen sie nochmal aufgefrischt werden von Schwimmmeister Michael Groß und seinemTeam. „Wir müssen noch Ein- und Ausgang beschildern, Abstandsbeschilderung anbringen und das Schwimmerbecken nochmal in Bahnen einteilen.“

Ein Mitarbeiter tuckert auf dem Rasenmäher über die Liegewiese. Sie sieht noch ziemlich verwildert und verlassen aus. Vielleicht liegen schon bald wieder Schwimmerinnen und Schwimmer auf ihr und lassen sich in der Sonne trocknen.   

Freibäder bereiten sich auf Eröffnung vor
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 11.05.2021, Länge: 02:37 Min.]
Freibäder bereiten sich auf Eröffnung vor

Über dieses Thema hat auch der Aktuelle Bericht am 11.05.2021 berichtet.

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