Symbolbild: DFKI (Foto: SR / Felix Schneider)

DFKI eröffnet neuen Standort in Lübeck

Karin Mayer   04.02.2021 | 18:48 Uhr

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz hat in Lübeck eine weitere Außenstelle eröffnet. Das vor über 30 Jahren in Saarbrücken und Kaiserslautern gegründete DFKI soll dort den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin und in der Medizintechnik erforschen.

Es gehört zu den Leuchttürmen im Saarland: Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Vor über 30 Jahren wurde es in Saarbrücken und Kaiserslautern gegründet. Am neugegründeten Standort in Lübeck soll der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin und in der Medizintechnik erforscht werden.

DFKI eröffnet neuen Standort in Lübeck
Audio [SR 3, Karin Mayer, 05.02.2021, Länge: 02:50 Min.]
DFKI eröffnet neuen Standort in Lübeck

Dadurch erwarten sich die Wissenschaftler Fortschritte bei der Gestensteuerung von Prothesen oder der Signalerkennung von Hörgeräten. Auch die Analyse von großen medizinischen Datenmengen biete die Chance, medizinische Diagnostik und Therapie zu verbessern, so der Leiter der DFKI-Außenstelle Heinz Handels. Das Land Schleswig-Holstein fördert das DFKI mit 3 Millionen Euro für drei Jahre.

Großes Potential

Das Potential für KI-Techniken im Gesundheitsbereich ist riesig, davon ist DFKI-Chef Prof. Antonio Krüger überzeugt. Nicht nur weil Gesundheit ein hohes Gut sei, sondern auch weil der wirtschaftliche Faktor groß sei. Wenn Digitalisierung klug eingesetzt werde, etwa bei der Entwicklung individueller Medikamente, könne sie die Lebensqualität entscheidend verbessern.

An der Universität Lübeck beschäftigen sich bereits drei Forschungsinstitute mit Informatik in der Medizin. Die Zusammenarbeit der beiden Fachbereich ist eng, berichtet Prof. Krüger. Man könne mit wenigen Schritten aus dem Informatikinstitut in den Operationssaal gelangen.

Saarbrücken bleibt größter Standort

Aktuell beschäftigt das DFKI in Saarbrücken 377 Mitarbeiter. Die Forschungsschwerpunkte im Saarland sind breit gefächert. Außer Sprachtechnologie spielen intelligente Umgebungen, die mit Gesten und Sprache bedient werden können, eine wichtige Rolle.

Wichtiges Thema sind auch kollaborative Roboter, sogenannte CoBots, die mit dem Menschen zusammenarbeiten können. Auch Digitalisierung in der Industrie, auch Industrie 4.0 genannt, ist ein Schwerpunkt.

Neun Standorte und Außenstellen – weitere geplant

Das DKFI hat Sitz in Saarbrücken, Kaiserslautern (324 Mitarbeiter) und Bremen (188 Mitarbeiter). Es ist mit Außenstellen in Berlin (158 Mitarbeiter), Osnabrück, Oldenburg und Lübeck vertreten. Der nächste Schritt für das DFKI ist nach Angaben von Prof. Krüger eine Außenstelle an der TU Darmstadt. Die Gespräche dafür seien weit fortgeschritten, Verträge aber noch nicht unterschrieben.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 04.02.2021 berichtet.

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