Beate Klarsfeld und ihr Mann, der Rechtsanwalt Serge Klarsfeld (Foto: dpa/Christian Böhmer)

Medienpreis für Ehepaar Klarsfeld

  03.07.2019 | 08:10 Uhr

Am Abend wird der Deutsch-Französische Journalisten-Preis in Paris vergeben. Bereits bekannt ist, dass Beate und Serge Klarsfeld mit dem Medienpreis für ihren Einsatz für die Menschenrechte geehrt werden. Der SR überträgt die Preisverleihung im Livestream.

Porträt der deutsch-französischen Journalistin Beate Klarsfeld
Audio [SR 2, Barbara Kostolnik, 03.07.2019, Länge: 03:15 Min.]
Porträt der deutsch-französischen Journalistin Beate Klarsfeld

Beate Klarsfeld wurde vor rund 50 Jahren, im April 1968, in Deutschland durch ihre Ohrfeige an den ehemaligen Bundeskanzler Kurz-Georg Kiesinger wegen desssen Verstrickung in das NS-Regime auf einen Schlag berühmt. Später sorgte sie mit ihrem Ehemann Serge Klarsfeld dafür, dass sich der frühere Gestapo-Chef und sogenannte "Schlächter von Lyon", Klaus Barbie, sowie weitere NS-Verbrecher vor Gericht verantworten mussten.

Livestream

Der Saarländische Rundfunk überträgt die Verleihung des Deutsch-Französischen Journalistenpreises in Paris live ab 17.30 Uhr im Stream auf SR.de.

Darüber hinaus gab das Ehepaar das Buch "Endstation Auschwitz" heraus. Es enthält Biografien, Fotos und Briefe von deportierten Kindern und Jugendlichen an ihre Eltern. Für ihr jahrzehntelanges Engagement wurden sie nun ausgzeichnet.

Kleist: "Vorbild für Kampf gegen das Vergessen"

Im Interview der Woche: Beate Klarsfeld
Audio [SR 2, Barbara Kostolnik, 06.04.2019, Länge: 14:36 Min.]
Im Interview der Woche: Beate Klarsfeld

Der Vorstandsvorsitzende des Preises und Intendant des Saarländischen Rundfunks, Thomas Kleist, würdigte die Lebensleistung des deutsch-französischen Ehepaares: „Beate und Serge Klarsfeld sind seit Jahrzehnten ein Vorbild für den Kampf gegen das Vergessen, für Menschlichkeit und gegen einen Nationalismus, der die Ausgrenzung und die Stigmatisierung von Andersgläubigen und Andersdenkenden im Schilde führt."

Frühere Preisträger

Der Große Deutsch-Französische Medienpreis wird alljährlich an eine Persönlichkeit oder eine Organisation verliehen, die sich in besonderer Weise um die deutsch-französische und europäische Verständigung verdient gemacht hat. Zu den Preisträgern in der Vergangenheit gehören unter anderem Simone Veil, Volker Schlöndorff, Tomi Ungerer, Valéry Giscard d’Estaing, Helmut Schmidt, Alfred Grosser, Jean Asselborn, der Karikaturist Plantu und die von ihm gegründete Organisation „Cartooning-for-peace“, die Hilfsorganisation SOS-Mediterrannee sowie zuletzt der Philosoph und Soziologe Prof. Dr. Jürgen Habermas.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 03.07.2019 berichtet.

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