Jodtabletten auf Schild "Radioaktivität"  (Foto: imago/Steinach)

Deutschland stockt Jodtabletten-Vorrat auf

  22.08.2019 | 10:25 Uhr

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat rund 190 Millionen Jodtabletten bestellt. Die Begründung: Vor allem von grenznahen AKW gehen Risiken aus - und darauf müsse man vorbereitet sein. Für Lagerung und Verteilung der Tabletten sind die Länder zuständig.

Grundlage für die Großbestellung von Jodtabletten ist eine Empfehlung der Strahlenschutzkommission nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Das sagte der Essener Strahlenbiologe Wolfgang Müller, seinerzeit Vorsitzender der Strahlenschutzkommission, dem WDR.

Auf Empfehlung der Kommission wurden unter anderem die jeweiligen Notfallzonen rund um die Atomkraftwerke erheblich vergrößert. Als "Fernzone", in der nach einem Reaktorunfall zum Beispiel alle Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Schwangere mit Jodtabletten versorgt werden müssen, gilt seitdem das gesamte Gebiet der Bundesrepublik.

Strahlenbiologe Müller hält die verstärkte Vorsorge für den Fall einer Nuklearkatastrophe für wichtig: "Denken Sie an Belgien, an Frankreich, an die Schweiz, an Tschechien, Schweden. Und wenn da etwas passiert, müssen wir die deutsche Bevölkerung natürlich genauso schützen."

tagesschau.de
Deutschland stockt Jodtabletten-Vorrat auf
Laut WDR-Recherchen hat das Bundesamt für Strahlenschutz rund 190 Millionen Jodtabletten bestellt. Die Begründung: Vor allem von grenznahen AKW gehen Risiken aus - und darauf müsse man vorbereitet sein.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 22.08.2019 berichtet.

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