Ein Styropor-Behälter zum Transport von zur Transplantation vorgesehenen Organen wird zum Eingang eines OP-Saales getragen (Foto: picture alliance/dpa | Soeren Stache)

Deutlich weniger Organspenden im Saarland

  03.11.2021 | 08:44 Uhr

Vor 50 Jahren ist in Deutschland der erste Organspendeausweis ausgegeben worden – seitdem wurden etliche Menschenleben durch Spenderorgane gerettet. Trotzdem sind die Wartelisten noch lang: Allein im Saarland warten derzeit rund 100 Menschen auf die lebenswichtigen Spenden. Das liegt auch daran, dass es zu wenig Spender gibt.

Organspender müssen zu Lebzeiten aktiv einwilligen, dass ihre Organe nach ihrem Tod gespendet werden, um Menschenleben zu retten. An dieser Regelung hat sich auch 50 Jahre nach der Ausgabe des ersten Organspendeausweises am 3. November 1971 wenig geändert. Zwischenzeitlich wurde in der Politik darüber diskutiert, diese Entscheidungslösung abzuschaffen.

Jedoch wurde diese vorgeschlagene Gesetzesänderung verworfen. Aber das Gesetz wurde Anfgang 2020 leicht angepasst: Um die regelmäßige Auseinandersetzung mit dem Thema zu fördern und besser aufzuklären, ist in dem Gesetz unter anderem vorgesehen, dass die Ausweisstellen von Bund und Ländern Bürgern Aufklärungsmaterial und Organspendeausweise aushändigen oder elektronisch übermitteln. Darüber hinaus soll Grundwissen zur Organspende in den Erste-Hilfe-Kursen für den Erwerb des Führerscheins vermittelt werden.

100 Menschen im Saarland warten

Dadurch sollen mehr Menschen dazu gebracht werden, sich für eine Spende nach dem Tod zu entscheiden – um damit schließlich mehr kranken Menschen das Leben retten zu können.

Im Saarland warten derzeit rund 100 Saarländerinnen und Saarländer auf ein Spenderorgan. Zwar bleibt die Zahl der Wartenden konstant, doch die Zahl der Organtransplantationen ist 2021 deutlich zurückgegangen. Insgesamt 25 Organe wurden laut Techniker Krankenkasse (TK) im ersten halben Jahr dieses Jahres transplantiert. Im Vergleichszeitraum 2020 waren es noch 43.

Die Techniker Krankenkasse teilte mit Bezug auf die Daten von der Organ-Vermittlungsstelle Eurotransplant außerdem mit, dass fast drei Viertel der Menschen im Saarland, die auf eine lebensnotwendige OP warten, eine Niere benötigen. 13 Prozent warten demnach auf eine Leber, neun Prozent auf ein Herz und weitere auf eine Lunge oder Bauchspeicheldrüse.

Organspendeausweis online bestellen

Man müsse den Spenden wieder mehr Aufmerksamkeit geben, so Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland. „Anscheinend hat die Coronapandemie mit zunehmender Dauer auch das Thema Organspende im Saarland überlagert.“

Auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung können Interessierte online einen Organspendeausweis zum Herunterladen und Ausdrucken erstellen oder einen Plastik-Ausweis bestellen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 02.11.2021 berichtet.

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