Die internationale Raumstation - ISS (Foto: NASA / ESA)

Die ISS beobachten – wie geht das?

Frederic Graus   30.10.2021 | 10:30 Uhr

In wenigen Tagen soll Matthias Maurer zur Internationalen Raumstation ISS starten. Die fliegt rund 400 Kilometer über der Erde und ist mit ihren Sonnensegeln in etwa so groß wie ein Fußballfeld. Deshalb kann man sie sogar mit bloßem Auge erkennen – wenn die Bedingungen stimmen.

Wer sich auf die „Jagd“ nach der ISS am Weltraumhimmel macht, braucht dazu kein Fernglas oder gar ein Teleskop. Denn wegen ihrer Größe reflektiert die ISS viel Licht und ist von der Erde aus gut zu sehen.

Ihre Flugbahn führt auch über den saarländischen Himmel. „Die ISS kommt immer aus westlicher Richtung und fliegt in östliche Richtung", erklärt Uwe Dillschneider von der Sternwarte Peterberg. In diese Himmelsrichtungen sollte man also freien Blick haben.

Expertentipps zur Beobachtung der ISS
Audio [SR.de, (c) SR, 21.10.2021, Länge: 03:30 Min.]
Expertentipps zur Beobachtung der ISS

Wie man die ISS erkennt

Normalerweise sind mit bloßem Auge drei Arten bewegter Objekte am Himmel zu beobachten: Sternschnuppen, Flugzeuge und Satelliten. Sternschnuppen leuchten kurz auf und verschwinden wieder. Flugzeuge sind anhand ihrer blinkenden Lichter an den Tragflächen gut zu erkennen. Und Satelliten erscheinen als durchgängig leuchtende Punkte, die über den Himmel wandern.

So auch die ISS, die aber viel größer ist als zum Beispiel Kommunikationssatelliten. Die Raumstation reflektiert viel Sonnenlicht und wirkt bei Dunkelheit häufig sehr hell. So ist sie schnell mit bloßem Auge zu erkennen und daher von anderen Satelliten gut zu unterscheiden.

Diese Hilfsmittel gibt es

Einfach rausgehen und die ISS beobachten – ganz so leicht ist es nicht. Ein bisschen Vorbereitung braucht es, denn entscheidend ist der eigene Standort. Die Raumstation fliegt in einer Art Sinuskurve über die Erde hinweg und ist deshalb nicht immer zu jeder Zeit vom gleichen Punkt aus zu sehen.

App Satellite Tracker (Foto: Frederic Graus/SR)
Mit der App „Satellite Tracker" lässt sich feststellen, wann die ISS zu beobachten ist.

Hier schaffen verschiedene Programme Abhilfe: Zum Beispiel lassen sich über die Internetseite heavens-above.com die Koordinaten des eigenen Standortes eintragen. „Dort bekommt man dann die Überflüge der ISS angezeigt", so Uwe Dillschneider.

Wer das Ganze lieber am Handy nachschaut, kann auf verschiedene Apps zurückgreifen. Hier empfiehlt der Experte der Sternwarte Peterberg zum Beispiel die App „Satellite Tracker“.

Maurer beobachten

Nach Maurers Ankunft an der ISS ist diese zunächst bis zum 10. November zu sehen – allerdings nur für Frühaufsteher. Denn vom Saarland aus ist die Raumstation dann frühmorgens ab etwa 4.40 Uhr bis spätestens 7.10 Uhr sichtbar.

Danach erscheint die ISS eine Woche lang nicht am saarländischen Himmel, bis sie wieder zwischen dem 18. November und dem 10. Dezember beobachtet werden kann – dann auch zu „moderaten“ Zeiten am späten Nachmittag und frühen Abend.

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