Abiturienten während einer Prüfungssarbeit (Foto: dpa/Frank Rumpenhorst)

Der Großteil der Eltern fordert G9 zurück

Patrick Wiermer / Onlinefassung: Leonie Rottmann   28.11.2019 | 13:00 Uhr

Die meisten Eltern von Schülern an den saarländischen Gymnasien wünschen sich eine Rückkehr zu G9, eine freiwillige statt einer gebundenen Ganztagsschule und mehr Sportunterricht. Das ergab eine Umfrage der Landeselternvertretung der Gymnasien unter rund 7000 Eltern.

G8/G9 scheint für die Eltern noch nicht vom Tisch
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 28.11.2019, Länge: 03:18 Min.]
G8/G9 scheint für die Eltern noch nicht vom Tisch

Die Ergebnisse der Umfrage der Landeselternvertretung zeigten außerdem, dass die meisten Eltern eine bessere digitale Ausstattung fordern, etwa mit WLAN. Statt der üblichen 45-Minuten-Einheiten wünschen sie sich mehr Doppelstunden. Vier von zehn Eltern empfinden zudem den Unterrichtsausfall an den Schulen als Problem.

Der Großteil der befragten Eltern möchte die gebundenen Ganztagsschulen abschaffen und fordert dementsprechend eine freiwillige Ganztagsschule. Auch Sportunterricht finde zu wenig statt.

Als positiv sehen die meisten Eltern dagegen, dass Konflikte an der Schule gut gelöst werden. Der Großteil findet auch, dass das soziale Miteinander gut funktioniert.

G9-Volksbegehren 2018 gescheitert

Vor allem die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums wird schon lange diskutiert. Anfang 2018 war ein Volksbegehren einer Elterninitiative gescheitert: Drei Monate lang konnten Saarländer auf ihren Bürgerämtern ihre Stimmen für das Volksbegehren abgeben. Statt der geforderten mindestens 54.000 Stimmen rechnete die Initiative zuletzt nur mit 30.000 Stimmen.  

In der aktuellen Umfrage haben sich mehr als 80 Prozent der teilnehmenden Eltern für den Wechsel zurück zu G9 ausgesprochen. Der Unterschied zu dem gescheiterten Volksbegehren liege vor allem darin, dass die Befragung niedrigschwellig sei, sagte Patric Cordier, stellvertretender Vorsitzender der Landeselternvertretung Saarland. "Bei unserer Umfrage musste niemand in ein Rathaus, sich registrieren lassen oder irgendwelche Öffnungszeiten beachten", so Cordier.

Die Elternvertretung werde die Ergebnisse zunächst mit den Delegierten aller saarländischen Gymnasien diskutieren und weitere Handlungsschritte festlgen. Wenn das Bildungsministerium Interesse an der Elternmeinung hat, werden wir auch einen Gesprächstermin finden“, sagte Katja Oltmanns, Vorsitzende der Landeselternvertretung. Bisher sei das von Seiten der neuen Kultur- und Bildungsministerin noch nicht möglich gewesen.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Rundschau am 28.11.2019 berichtet.

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