Als der Krieg über uns gekommen war (Foto: Bildarchiv Historisches-Museum-Saar)

Der Krieg in Metz

Michael Schmitt/red  

Metz gehörte nach dem Sieg der Deutschen 1871 zum Deutschen Reich. Obwohl es nicht weit entfernt liegt von Saarbrücken, waren die Kriegsauswirkungen völlig andere. Vor allem hatte die Stadt mit den Spannungen zwischen den deutschen und französischen Bürgern zu kämpfen.

In Metz waren die Auswirkungen des Krieges völlig andere als im nur 70 km entfernten Saarbrücken. Saarbrücken war überwiegend ein Industriezentrum, Metz dagegen eine wichtige Festungsstadt.  Seit 1871 gehörte Metz zum Reichsland und damit zum Deutschen Reich. Metz war die wichtigste Befestigung in der Westmark. Während des Krieges wurden große Teile der Kämpfe von dort organisiert.

Auch im Stadtbild was das Militär in  Metz deutlich präsenter als in Saarbrücken. Der Anteil der Militärangehörigen lag 1910 in Saarbrücken bei drei Prozent, in Metz bei rund 25 Prozent. 

Spannungen in der Metzer Bevölkerung

Die Eingliederung der Stadt Metz ins Deutsche Reich hatte kurz vor und vor allem während des Krieges deutliche Spannungen zur Folge. So wohnten zwei Bevölkerungsgruppen in der Stadt. Einerseits gab es einen französischstämmigen Bevölkerungsteil, andererseits waren seit 1871 viele Deutsche, überwiegend Militärangehörige und ihre Familien, nach Metz gekommen. Dies führte immer wieder zu kleineren Zwischenfällen wie Beschimpfungen oder Schlägereien. Nach Kriegsausbruch wurde die deutsche Sprache zur Pflicht, französische Straßennamen abgeschafft.    

Kriegsalltag in Metz                  

Metz lag zwar außerhalb der Reichweite der französischen Geschütze, die Front war aber so nahe, dass man den Donner der Schlachtfelder hören konnte. Hinzu kamen Tausende Soldaten.              

Sie waren auf dem Weg zur Front oder kamen von dort zurück. Eine Vielzahl von Verwundeten wurde in Lazaretten in Metz behandelt. Die Bevölkerung hatte so das Kriegsgrauen direkt vor Augen. Diese psychische Belastung führte aber offenbar zu einem gesteigerten Unterhaltungsbedürfnis. Das Leben in den Cafes, Restaurants und auf der Esplanade florierte die meiste Zeit.            

Französische Truppen kommen nach Metz 

Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes übernahm - wie in Saarbrücken - ein Arbeiter- und Soldatenrat die Regierung. Er bereitete den Einzug französischer Truppen vor.            

Eine Woche später, am 19. November 1918, begrüßten Tausende Menschen begeistert die französischen Soldaten. Überall war die Tricolore gehisst. Deutsche Denkmäler waren zuvor zerstört worden. Auch mussten die deutschen Bewohner mit Repressionen rechnen und die Stadt mehr oder weniger fluchtartig verlassen. Die Benennung der Straßen wurde nun wieder umgekehrt - in französische Namen.

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